Typischer Anlagefehler

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Wer kennt sie nicht bzw. wer hat sie noch nicht gemacht? Wir alle haben doch in unserer Anfangszeit dämliche Anlagefehler begangen über die wir uns im nachhinein unendlich aufregten. Das Wichtigste ist wohl aus diesen zu lernen und sie dann so gut wie möglich dauerhaft zu vermeiden. Im Folgenden eine Darstellung von einer bekannten Verhaltensweise, die man dringend vermeiden sollte. Bestimmt kommen Ihnen diese bekannt vor. Niemand ist davon bewahrt. Fehler machen wir doch alle. Wichtig dabei ist nur den Fehler kein zweites mal zu begehen oder den Fehler schnell wieder ausgleichen zu wollen.

 

Typische Anlagefehler

Anlagefehler
Der Verlauf einer Investition eines typischen Investors

Diese Grafik ist wohl den meisten bereits bekannt. Diese Aufzeichnung zeigt das Verhalten von einen typischen Investor, der die üblichen Anlagefehler des verfrühten Ausstiegs begeht. Man kauft sich in eine Aktie ein und diese steigt. Man fühlt sich gut und fühlt sich in seinem Trade bestätigt. Vielleicht kauft man sogar noch nach. Interessant wird es dann, wenn die Aktie zu fallen beginnt.

 

Die Argumentation gegen sich selbst

Fällt die Position beginnt eine Diskussion mit dem inneren Selbst. Man redet sich z. B. Folgendes ein: Es wird schon wieder, die Leerverkäufer drücken die Kurse, noch etwas und ich kaufe nach, ich habe Recht, die Aktie ist massiv unterbewertet, der Buchwert ist viel zu hoch, bald steigt sie wieder, es ist Abzocke aber es wird sich wieder ausgleichen usw.

In Foren liest man bei stark fallenden Positionen immer wieder die selben Statements. Meistens rückt man sich in die Opferrolle gegenüber den bösen Leerverkäufern oder Banken. Dies mag in manchen Situationen sicher ihre Berechtigung haben, doch häufig ist es eine typische Ausrede für Situationen in denen keine andere einfache Erklärung gibt. Im Endeffekt braucht man nur ein inneres Argument gegen den Verkaufsgedanken. Dieser wird meist umso stärker desto tiefer die Position fällt. Dazu ein Zitat von Warren Buffett:

Kaufe keine Aktie, wenn du einen Buchverlust von 50 % nicht durchstehen kannst

Obwohl ein Verkauf oft sicherlich eine gute Entscheidung ist, verkauft der typische Investor bei einer Übertreibung der Börse nach unten. Dies führt zu der unterdurchschnittlichen Performance, die den Privatanlegern meist nachgesagt wird.

 

Der wahre Verlust im nachhinein

Wird durch den Kursverlust durch eine “verlorene” Argumentation gegen das innere Verkaufsargument ein Verkauf durchgeführt ist man bereits im Teufelskreis. Denn steigt im nachhinein die Aktie wieder gibt es die zwei verschiedenen Typen:

  • Typ 1 will seinen Verlust aufholen und kauft sich wieder eine Position. Er will keine Performance liegen lassen und nun maximal profitieren. Im Falle, dass die Aktie tatsächlich steigt kann er so Verluste wieder einigermaßen ausgleichen. Sinkt sie dagegen weiter wird es richtig böse und er verliert doppelt. Sollte Zweiteres geschehen hört man typischer weise “Börse ist Abzocke” und der Typ 1 wendet sich dauerhaft den Markt ab, obwohl es offensichtlich sein eigener Fehler war.

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  • Typ 2 schließt mit dem Verlust ab und wendet sich anderen Aktien zu. Psychologisch schwierig ist es nur, wenn im nachhinein festgestellt werden muss, dass wie in der Grafik oben zu sehen, die Aktie wieder anzog. Doch zumindest hat Typ 2 einen möglichen doppelten Verlust vermieden und sieht für gewöhnlich seinen Fehler ein und kann daraus lernen. Typ 2 also Verhaltensweise 2 ist meines Erachtens eher zu empfehlen.

Verhaltensweise ist deswegen problematisch, weil dann bei dem erneuten Verlust die Börse häufig als Abzocke abgestempelt wird. Bei dem hin und her nimmt er zusätzlich erneute Ordergebühren in Kauf. Allgemein sollte immer ein sehr günstiger Broker ausgewählt werden. Verhaltensweise 2 macht zwar ebenso Verlust, doch zumindest damit abschließen und hoffentlich aus den Fehler lernen.

Jason Moser:

Indem wir unseren Fehlern Aufmerksamkeit schenken, investieren wir mehr Zeit und Aufwand, sie zu beheben. Auf diese Weise lasst ihr den Fehler für euch arbeiten.

Emotionen verantwortlich für Kursbewegungen

Es wird immer wieder deutlich, dass Aktienkurse enorm mit den Emotionen der Anleger zusammenhängen. Angst und Unsicherheit sind die besten Vorboten für sinkende Kurse. Genauso wie es Euphorie und Fantasie für steigende Kurse sind. Mittlerweile gibt es eine eigene Wissenschaft, die sich mit den Verhalten von Menschen an der Börse auseinander setzt. Die sogenannte Behavioral Finance.

Die Behavioral Finance sieht den Menschen als Verantwortlichen für zu hohe Kursausschläge. Mit der Kenntnis des  Verhalten des Menschen an der Börse sollen sich zu Anlagefehler vermeiden und hohe Renditen erzielen lassen. Ein Buch welches sich damit umfangreich auseinander setzt ist Behavioral Finance: Gewinnen Mit Kompetenz.

Laut Börse Online:

Dieses Buch hilft hilft Ihnen den Markt zu schlagen

Zweifellos ist eine gewisse Kenntnis von dem Verhalten von Anlegern für das Verständnis von Kursverläufen unabdingbar.

 

Resultat: Niemals Verkaufen?

Auch wenn die oben genannte Situation kontraproduktiv ist, so ist es doch ebenso schlecht stur auf eine Position zu verharren und eine Aktie von Tief zu Tief zu begleiten. Dies könnte genauso gut einem Anlagefehler enden. Es gilt zu beurteilen ob der Kurs fundamental gerechtfertigte Gründe hat oder der Kurs den wahren Wert nicht wiederspiegelt.

Ein gutes Beispiel dafür ist wohl Apple 2018/2017/2016. Jedes Jahr nachdem Apple ihr neues IPhone im September vorstellte, überschlugen sich die folgenden Monate Meldungen zu sinkenden Absatzzahlen und zurückgefahrenen Produktionen. Wohlgemerkt stammten diese Meldungen meist nicht vom Unternehmen selbst. Trotzdem haben sie ab und an Auswirkungen auf den Kurs. Genauso war es 2016 als das IPhone todgesagt wurde und der Kurs massiv einbrach. Damals waren die IPhone Verkaufszahlen etwas rückläufig, aber nicht so stark als hätte es den Kursverlauf gerechtfertigt. Einige Anleger haben sich nach diesem Moment sicher aus der Apple Aktie verabschiedet. Doch kurz darauf stieg sogar Warren Buffett mit einer hohen Summe ein. Die zwei darauffolgenden Jahre verdoppelte sich der Kurs nahezu.

 

Die Zeit als Helfer

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Doch wie ist man nun geschützt vor diesen Anlagefehler? Prinzipiell wird es emotional immer schwieriger, wenn Buchverluste größer und größer werden. Hierbei hilft einerseits die Erfahrungen, die man als Typ 2 Anleger (siehe oben) mitnehmen konnte und ebenso die Kenntnis der Behavioral Finance. Mit der Kenntnis der genannten Wissenschaft erscheinen manche Kursschwankungen schon fast logisch und können genutzt werden, um möglicherweise einen Nachkauf oder Aufbau einer Position zu tätigen. Es werden immer wieder Fehler passieren, doch wichtig ist nur, dass man in mindestens 51 % der Fälle richtig liegt… Dann wäre das Ziel erreicht…

Disclaimer: Alle Texte stellen keine Anlageberatung oder Empfehlung dar. Sie wurden vom Verfasser aus öffentlich zugänglichen Quellen recherchiert und mit der eigenen Meinung des Verfassers ergänzt. Alle zur Verfügung gestellten Informationen dienen allein der privaten Information und der privaten Unterhaltung. Eine Haftung für die Richtigkeit kann nicht übernommen werden. Sollten die Besucher dieser Seite sich die Inhalte zu eigen machen oder Ratschlägen folgen, so handeln sie eigenverantwortlich und mit eigenem Risiko.

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