MSCI World gut oder schlecht?

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Die wohl beliebtesten ETFs von allen: Die ETFs auf den MSCI World Index. Jeder der sich mit ETF-Sparplänen auseinandersetzt, stoßt irgendwann auf einen derartigen ETF. Er wird schließlich von den Meisten empfohlen. Der MSCI World bildet immerhin die Wirtschaft in 23 Industrieländern ab. So heißt es zumindest.  Doch ist der MSCI World auch im Jahre 2018 noch empfehlenswert? Auch die Kritikerstimmen vermehren sich. Ist nun der MSCI World gut oder schlecht? Hat er ausgedient oder immer noch empfehlenswert? Diesen Fragen werde ich im Folgenden auf den Grund gehen.

Ich besitze selbst keinen MSCI World ETF Anteil.

 

MSCI World gut oder schlecht?

Die Weltwirtschaft in einem ETF – Der MSCI World

Performance & Volatilität

Zu Beginn die Performance und die Volatilität. Aus Sicht vom Ende April 2018 wies der MSCI World Index folgende Performance auf:

  • 1 Jahreszeitraum: 13,22 %
  • 3 Jahreszeitraum: 7,55 % pro Jahr
  • 5 Jahreszeitraum: 9,28 % pro Jahr
  • 10 Jahreszeitraum: 5,48 % pro Jahr

Von dieser Performance ist dann noch die jeweilige ETF-Gebühr abzuziehen. Zusätzlich kommt es zu kleineren Abweichung bei der Nachbildung des Index, die noch mit +/- 0,1 % einhergehen. Insgesamt kann sich die Performance sehen lassen. Jedoch sollte man Bedenken, dass die letzten 10 Jahre keine relevante Finanzkrise stattfand. Im Jahr 2008 brach der MSCI World genauso um über 40 % ein. Ganz sicher ist man selbst mit einem „World“ Index nicht. Das sollte man nie vergessen. Ob der MSCI World gut oder schlecht in Bezug auf die Performance ist, kann aus aktueller Sicht auf jeden Fall mit Gut beantwortet werden. Im Vergleich zu anderen Indizien, weist er eine ordentliche Rendite bei gleichzeitig relativ niedrigen Schwankungen aus. So sollte es sein.

Das Factsheet des MSCI World gibt es hier zu sehen.

 

Fondsvolumen

Vorteilhaft sind für einen ETF auf den MSCI World sicherlich die vielen ETFs, die ein hohes Volumen aufweisen. Einer der größten ETFs ist dabei der iShares Core MSCI World UCITS ETF USD mit einem gewaltigen Fondsvolumen von fast 12 Milliarden Dollar. Auch andere Anbieter weisen hohe Volumen aus. Es besteht also genug Auswahl bei hoch volumigen ETFs, was immer von Vorteil ist.

Gebühren

Die vielen Anbieter führen zu einer starken Konkurrenzsituation bei den Gebühren. Dies führt zu einer für den Kunden guten Gebührenlage. So bewegen sich die Kosten zwischen 0,12 % p. a. und 0,50 %. Hier findet sich sicherlich für jeden ein Anbieter auf der unteren Grenze. Je nachdem ob man den ETF per Sparplan besparen will muss man sich nach dem ausgewählten Broker richten. Welche ETFs er zum Besparen anbietet. Die Gebühren sind auf jeden Fall als klarer positiver Punkt für einen MSCI World ETF zu betrachten.

Diversifikation

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Was immer kritisiert wird, ist der hohe USA Anteil von 59 %. Was aber nicht vergessen werden darf, ist die solide Aufteilung über die verschiedenen Sektoren. Auch wenn die 4 Techkonzerne, Apple, Microsoft, Amazon und Facebook an der Spitze der 1648 verschiedenen Positionen stehen, so ist man in den Sektoren relativ gut verteilt. IT macht insgesamt trotzdem nur die 2. Größte Gesamtposition mit 17,45% aus. Die größte bleibt die Finanzbranche mit 17,86%. Die anderen Bereiche sind zwar klar untergewichtet, doch immerhin bildet man von Konsumherstellern bis hin zu Immobilienunternehmen alles mit ein paar Prozent in den Index mit ein.

Enthaltene Unternehmen

Apple ist die größte Position mit 2,12 %. Ist das für den MSCI World gut?

Um nun genau zu herauszufinden, ob trotz dem hohen USA Anteil man genug diversifiziert ist, müsste man sich die 1648 verschiedenen Unternehmen, die im Index enthalten sind, genau ansehen. Es könnte genauso gut sein, dass einige davon den Großteil von ihren Umsätzen sogar außerhalb der USA erwirtschaften, was zu einer völlig anderen Sicht auf die Diversifikation führen würde.

Klar sind die Unternehmen mit Hauptsitz in den USA trotzdem stark von der Politik in den USA betroffen, doch deutlich flexibler bei größeren Änderungen in der Weltwirtschaft bzw. in den einzelnen Staaten. Sieht man sich beispielsweise Johnson & Johnson an, welches Unternehmen mit 0,85 % auch eine größere Position im MSCI World darstellt, sieht man folgendes:  Im vollen Jahr 2017 erwirtschaftete man einen Umsatz in den USA von 39,9 Milliarden $. Außerhalb der USA 36,6 Milliarden $. Es bleibt einem selbst überlassen ob man solche Unternehmen nun als reine US-Unternehmen ansieht.

Was mir bei der ganzen Diversifikation im MSCI World trotzdem nicht gut gefällt ist der Gesamtanteil der großen Techkonzerne. Die 5 großen Techkonzerne bestimmen bereits 7 % des ganzen Indexes. Ein Szenario welches die Techkonzerne unter Druck setzt, wird sich somit auch stark auf den Gesamtindex ausschlagen. Deshalb ist der MSCI World hier meines Erachtens nur mäßig diversifiziert.

 

 

Zu große Top Positionen aber trotzdem gutes Gesamtpaket

Abschließend würde ich auf die Frage ob der MSCI World gut oder schlecht ist antworten: Er ist ein gutes Gesamtpaket für diejenigen, die sich wenig mit der Aktienauswahl beschäftigen wollen und trotzdem ausreichend breit aufgestellt sein möchten. Die Größe des Indexes hat einige Kostenvorteile und Bekanntheit macht die Recherche umso einfacher. Für ein perfektes Gesamtpaket sollte man meiner Meinung nach die Top Positionen verkleinern. Aktuell machen die 10 größten Positionen 11,36 % am Gesamtindex aus. Bei 1648 unterschiedlichen Unternehmen im Index wäre sicherlich eine bessere Aufteilung über die unterschiedlichen Bereiche möglich.

 

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