In Gold investieren – 2018 noch sinnvoll?

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Immer mehr Crashpropheten melden sich zu Wort. Der Crash ist laut ihnen nicht mehr weiter entfernt. Als Absicherung werden gerne Rohstoffe angepriesen. Allen voran das gute alte Gold. Auch Dirk Müller, besser bekannt als Mr. Dax, ist weiterhin der Meinung, dass man mind. 10 % seines Vermögens in Gold investieren sollte. Ist das auch noch 2018 ein guter Ratschlag, während Kryptowährungen die Regeln zu ändern versuchen? Diese Frage und die Vor- und Nachteile von dem Goldinvestment werde ich hier darstellen.

Ich besitze selbst zu einem kleinen Teil physisches Gold

Bekanntheit

Überall auf der Welt, egal welchen Kulturstandes, Wirtschaftsstatus oder sonstiges ist Gold ein Begriff. Jeder kennt es und assoziiert es mit Wert. Laut dem Magazin Businessinsider hatten dreiviertel der Deutschen Ende 2016 ein Goldbesitz vorzuweisen. Tendenz dank Niedrigzinsen und politischen Unsicherheiten weiter steigend. Anfang 2016 in Kombination mit einem relativ schwachen chinesischen Wirtschaftswachstum, sowie niedrigen Energiepreisen stieg die Nachfrage nach Gold enorm an. Hier wäre in Gold investieren eine gute Gelegenheit gewesen. Auch wenn die Aktien im Gesamtjahr dann doch um ein paar Prozentpunkte überlegen waren, sorgte Gold für eine gute Diversifikation im Depot. Dieser Punkt spricht eindeutig für Gold.

Alle kennen und jeder Dritte Deutsche besitzt es: Gold

Die nachgewiesene Stärke

Jeder der im Besitz von Gold ist, werden zu Recht auf die historische Performance in Crashs hinweisen. Ebenso wird Gold gern als sicherer Hafen in inflationären Zeiten gesehen. Im Jahr 2008 am Höhepunkt der Finanzkrise stieg Gold immerhin um 5 Prozent, während Aktienindizien um über 30 Prozent einbrachen. 2011 als die Kreditwürdigkeit der USA herabgestuft wurde und die Angst für nicht bedienbaren Staatsschulden größer wurden, schlug Gold den Gesamtaktienmarkt um starke 8 Prozent. 2011 markierte Gold auch immerhin das bisherige Allzeithoch kurz über 1920 USD. Es wäre nicht abwegig zu glauben, dass Staatspleiten in Europa bzw. weitere politische Komplikationen den Goldpreis Aufschwung verleihen können. In turbulenten Zeiten bzw. kurz vorher scheint in Gold investieren ein guter Ratschlag zu sein.

 

…und die nachgewiesene Schwäche

Während Gold in turbulenten Zeiten gut performt, schneidet es nur mäßig in Aufschwungsphasen ab. Im 5 Jahreszeitraum hätte man mit einem Goldinvestment immerhin 8 % verloren, während der Gesamtaktienmarkt sehr stark performte. Das billige Geld der EZB in Kombination mit niedriger Inflation scheint für den Goldpreis nicht förderlich zu sein. Ebenso „arbeitet“ Gold nicht. Physisches Gold wird nie eine Dividende zahlen und bedarf zudem einer Aufbewahrung. Punkte die häufig vergessen werden.

 

Begrenzte Menge

Eigentlich will ich den Vergleich von Bitcoin und Gold nicht ziehen, doch hier bietet es sich sehr an. Während Bitcoin und andere Kryptowährungen gerade wegen ihrer künstlich begrenzten Menge in Höhen gekauft wurden die niemand für möglich gehalten hätte, läuft der Goldwert nahezu seitwärts. Bekanntlich ist Gold ebenso begrenzt. Laut Focus behauptet World Gold Council, dass 70 % an Gold bereits abgebaut wurden. Es sollen 54000 Tonnen Gold verbleiben. Diese sollen in weniger als 20 Jahren erschöpft sein.

 

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Dies könnte meines Erachtens zum Ende dieser Zeit zu einem ähnlichen Hype wie bei den Kryptowährungen führen. Warum? Bitcoin verschnellerte diesen Prozess des „Goldabbaus“. Die ersten 17 Mio. (81%) von 21 Mio. Bitcoins wurden immerhin in ein paar Jahren berechnet. Der Rechenaufwand steigt zwar exponentiell, doch es zeigt wie die sichtliche Verknappung eines Wertes Kurssteigerungen auslösen kann. Es wäre meines Erachtens ebenso möglich, dass ähnliches bei Gold passieren wird. Nur viel langsamer. In Gold investieren ist kein aufregender Markt. Eher einer der ältesten und konservativsten Märkte überhaupt.

Capital hat einen Artikel über die Länder mit den größten Goldreserven verfasst.

Ist der Bitcoin-Kursverlauf auf den Goldkurs replizierbar?

Das Risiko bei dem Ganzen ist, dass die Erde möglicherweise nicht der Einzige Goldspeicher ist. Viele Forscher spekulieren, dass auch in Asteroiden oder andere Planeten Goldreserven besitzen könnten. Diese könnten die Reserven der Erde weit übersteigen. Doch aktuell sieht es so aus als würde es noch lange dauern bis „Weltraumreserven“ wirtschaftlich rentabel abbaubar werden.

 

Unternehmen und ETFs

In Gold investieren über die Börse, also in Bergbauunternehmen, ist ein schwieriges Unterfangen. Setzt man tatsächlich noch auf Unternehmen, deren Zweck in spätestens 2 Jahrzehnten nicht mehr existent ist? Ebenso werden die Produktionskosten durch die höheren Löhne und Inflation ansteigen. Dies muss für diese Unternehmen in höheren Goldpreisen resultieren, weil sonst ein Abbau ab einem gewissen Goldpreis nicht mehr rentabel wäre.

Auch Gold ETFs halte ich für wenig empfehlenswert. Zwar haben sie den Vorteil einer schnellen möglichen Liquidierung, doch die laufenden Kosten können bei einem Wert wie Gold einiges ausmachen. Diese sind nur empfehlenswert, wenn man sich nicht um die Aufbewahrung von physischen Gold kümmern möchte.

In Gold investieren

„Gold macht Menschen Hold“ ist ein altes und passendes Zitat. Physisches Gold hat seinen Reiz und durch die häufig negative Korrelation zum Aktienmarkt stellt es einen guten Ausgleich in vor allem schwierigen Zeiten dar. Der Goldmarkt ist wenig aufregend und hauptsächlich nur für konservative, langfristig angehauchte Anleger geeignet. Die kommende Verknappung könnte für starke Wertsteigerungen sorgen, weshalb ich denke, dass man einen kleinen Teil in den glänzenden Rohstoff investiert sein sollte.

Disclaimer: Alle Texte stellen keine Anlageberatung oder Empfehlung dar. Sie wurden vom Verfasser aus öffentlich zugänglichen Quellen recherchiert und mit der eigenen Meinung des Verfassers ergänzt. Alle zur Verfügung gestellten Informationen dienen allein der privaten Information und der privaten Unterhaltung. Eine Haftung für die Richtigkeit kann nicht übernommen werden. Sollten die Besucher dieser Seite sich die Inhalte zu eigen machen oder Ratschlägen folgen, so handeln sie eigenverantwortlich und mit eigenem Risiko.

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