Intel Aktie – Die besten Zeiten sind vorbei

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Jahrelang konnte Intel ihre Umsätze Jahr für Jahr steigern. Doch diese Zeiten scheinen nun vorbei zu sein. In allen Geschäftsbereichen lauert massive Konkurrenz auf den Chiphersteller, welche sich nach und nach in den Ergebnissen niederschlägt. Aktuell erwartet man sogar für das laufende Jahr 2019 lediglich stagnierende Umsätze. Die Anleger scheinen über diesen Ausblick schockiert und lassen die Intel Aktie um knapp 7 % einbrechen. Übertrieben? Ich denke nicht. Es ist erst der Anfang des Kursverfalls. Denn im Konzern scheint sich nichts zu bewegen.

Das eingebremste Wachstum

Die letzten Jahre konnte Intel stets mit ordentlichen Raten ihren Umsatz steigern, doch im Q4 2018 verdeutlicht sich bereits, dass dies nicht mehr so einfach fortzuführen ist. Während das Internet of Things Segment von Intel bereits schrumpfte, konnten die anderen Bereichen 2018 noch zulegen. Dies liegt unter anderem an zahlreichen Produkte, die man auf den Markt brachte. Doch mit AMD ist, sowohl im Datenzentren- als auch im wichtigsten PC-centric Segment ein gefährlicher Mitbewerber wiederauferstanden. Dieser war lange Zeit nahezu von der Bildfläche verschwunden um nun seit 2017 wieder Marktanteile zu erobern. Hier kann schnell der Eindruck entstehen, dass Intel in den vergangenen Jahren etwas zu zurückhaltend war. Der Umsatz von Desktop PC-Prozessoren fiel bereits um 8 Prozent.

Auch im Speichersegment kann Intel wohl kaum noch relevantes Wachstum erzielen. Dafür sind Western Digital und Micron der Technologie bereits zu stark voraus. Die Aufkündigung der Partnerschaft mit Micron wird ebenso dazu beitragen…

Intel Aktie
Wohin geht der Weg des Chiphersteller? Verliert man die Marktführerschaft?

Die Intel Aktie Bewertung

In den letzten Jahren wurde die Intel Aktie stets mit einen KGV von 15 bis 25 bewertet. Dies war bezüglich des Wachstums meines Erachtens absolut gerechtfertigt. Immerhin lag die Wachstumsrate meist nahe 10 %. Doch auch aktuell steht die Aktie bei einem KGV von 12-13. Zwar nicht sonderlich hoch, doch welches KGV ist bei einem Unternehmen noch anzurechnen, welches stagniert. Auch eine Wahrscheinlichkeit eines rückläufigen Geschäfts besteht, wenn sich AMD im Servergeschäft stärker als erwartet ausbreitet. Intel scheint die Notwendigkeit von Investitionen verstanden zu haben und hebt deshalb die Dividende nur geringfügig um 5 Prozent an. Analysten erwarteten mind. 10 Prozent. Es gibt kaum ein Segment, mit welchem Intel die Wachstumseinbußen ausgleichen wird können. Deshalb sehe ich die Intel Aktien Bewertung weiter sinken, auch wenn die aktuelle Bewertung aufgrund der 2018er Geschäftszahlen günstig erscheint. Die Aussichten sind zu schlecht und das Risiko scheint bezüglich der aktueleln Marktkapitalisierung zu hoch.

Das (nicht vorhandene) Management

Intel Aktie
Schadet die fehlende Orientierung den Konzern?

Dem strauchelnden Konzern setzt ebenso die fehlende Führung zu. Seit Monaten sucht man nun bereits einen neuen CEO, bisher ohne Erfolg. Der Konzern wird weiterhin übergangsmäßig vom CFO Swan geleitet, nachdem der vorherige CEO sich durch Skandale bekannt machte. Ebenso scheint man wenig zuversichtlich für den Konzern zu sein. So wurden 600.000 Anteile in den letzten 12 Monaten verkauft und nur mickrige Summen gekauft. Siehe NASDAQ Grafik. Im Gegenzug dazu stieg die Intel Aktie auf neue Highs, was das Potential nach unten bei schlechter laufenden Geschäften beschleunigen sollte.

Kurz und mittelfristig Short

Ich sehe bei der Intel Aktie kurz und mittelfristig lediglich Shortpotential. Die Aktie wurde 2018 durch die guten Geschäftsergebnisse auf neue höhen katapultiert als Wachstumsfantasien ins Spiel kamen. Diese werden nun nach und nach schwinden und den Aktienkurs entsprechend mitreißen. Auch eine Abschwächung des Geschäfts statt einer Stagnierung ist gut denkbar und das Risiko dafür auf aktuellen Kurs groß. So meine Einschätzung, weshalb ich die Aktie aktuell nicht kaufen würde. Langfristig wird man zeigen müssen ob man durch neue Produkte wieder zur alten Stärke finden kann.

 

Der Verfasser hält keine genannten Anlageprodukte

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