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Die Ceconomy Aktie hat es 2018 stark erwischt und sie brach um rund 50 Prozent ein. Die MediaMarkt Saturn Muttergesellschaft scheint mit anhaltenden Problemen im Einzelhandel nicht zu recht zu kommen und wies im ersten Qurtal 18/19 bereits stagnierende Ergebnisse aus, was den Anlegern offensichtlich nicht gefiel. Die Ceconomy Aktie scheint nach unten kaum eine Grenze zu finden. Doch genau hierbei wittern einige Fundamentalisten eine gute Chance. Denn einige Fundamentaldaten können sich sehr gut sehen lassen. Dem gegenüber stehen die Probleme in der Branche…

Ceconomy Aktie Fundamental (zu) billig?

Allen voran halte ich die Aktie bei einen Kurs um 5 Euro aktuell für überverkauft. Dieser Kurs entspricht lediglich einer Bewertung um 1,8 Mrd. Euro. Doch vor allem der Free Cashflow kann sich sehen lassen. Denn allein im ersten Geschäftsquartal konnte man 1,3 Milliarden Euro ausweisen. Dem gegenüber steht das schwache Nettobetriebsvermögen von -2,2 Mrd. Euro, die aus hohen Schulden und Verbindlichkeiten resultieren. Die Eigenkapitalquote liegt so unter 10 Prozent. Das ist auch der Grund warum die Ratingagenturen Ceconomy in letzter Zeit herabstuften, was ebenso der Ceconomy Aktie zusetzte. Man steigerte zwar in den letzten Jahren das Eigenkapital, doch das Fremdkapital wuchs mit ähnlicher Rate. Der Ausblick deutet aktuell auf kaum eine Veränderung hin.

Genauso werden Sparmaßen mittlerweile deutlich. Es wurden knapp 2400 Stellen abgebaut und auf ca. 54000 reduziert. Gleichzeitig wurden jedoch 20 neue Standorte eröffnet. Vermutlich ist das das Optimierungspotential, wovon man spricht. Man kann nur hoffen, dass dies nicht in der Überlastung der Mitarbeiter geschieht.

Hier gehts zu der Investor Präsentation von Ceconomy.

Ceconomy Aktie

Der Einzelhandel bleibt ein Problemkind…

Das Problem

Ceconomy umfasst Media -Saturn Holding (ca. 78 %), Redcoon, iBood und noch einige kleinere weitere Unternehmen. Bei den großen zuerst genannten Händlern konzentriert man sich zunehmend auf den Onlinehandel, der Einzelhandel schwächt sich weiterhin ab. Doch hier kommen wir bereits zu einem Problem: Amazon. Wer die Preise von Elektronik etwas beobachtet, stellt fest, dass sich Amazon und MediaMarkt bzw. Saturn gerne die Preise von Angeboten “abschauen”. Heißt wenn beispielsweise Saturn ein Angebot für Smartphone X hat, passt Amazon häufig die Preise auf ihrer Seite auf gleiches Niveau an.

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Das wäre im Großen und Ganzen auch kein Problem, doch Amazon bietet Kunden Vorteile, die Ceconomy den Kunden eben nicht anbietet bzw. nicht anbieten kann. Dabei handelt es sich zum einen um schnelleren (plus kostenlosen) Versand und um einen Service, der seines Gleichen sucht. Das lässt die Kunden dann häufiger bei gleichen Preis beim amerikanischen Konkurrenten kaufen. Hier gibt es viel aufzuholen und den Kunden ähnliche Leistungen zu bieten, um vorher genanntes Szenario zu unterbinden. Vor allem wird der E Commerce weiter zulegen, was dies umso wichtiger macht. Das Segment wächst zwar auch bei Ceconomy, vergleicht man es aber mit Raten der Konkurrenten wirken diese um 12 % recht schwach. Genauso senkt der Einzelhandel die Margen enorm.

Pessimistisches Management?

Genauso eigenartig wirkt auf mich die Tatsache, dass die letzten Insiderkäufe 2017 getätigt wurde, also vor dem starken Kursverfall. Es scheint also so als wäre selbst das Management nicht ganz optimistisch mit dem Unternehmen. Warum sonst hätte man nach den enormen Kursverfall nicht nachgelegt? Leerverkäufer scheinen dagegen der Aktie etwas an Gewinn zuzugestehen. So haben einige Institute ihre Positionen abgebaut und die Leerverkaufsquote beträgt aktuell nur noch um die 4 Prozent. Siehe Bundesanzeiger.

Fazit Ceconomy Aktie

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Kurzfristig gestehe ich der Aktie durchaus Gewinne zu und halte sie derzeit für überverkauft und ein Short Squeeze könnte für schnelle Gewinne sorgen. Mittelfristig überwiegen meiner Meinung nach aber die Probleme und Schwierigkeiten. Die Konkurrenz wird die Margen weiter sinken lassen und im Bereich Service gilt es deutlich aufzuholen, sonst wird man unter der zunehmenden Verschiebung auf E-Commerce zu leiden haben und teure Umstrukturierungen und vermutlich Personalabbaumaßnahmen durchführen müssen.

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