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Jeder kennt den vermeintlich größten Gebrauchtartikelshop im Internet: Ebay. Ebay kann auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken. Der Verkauf von Paypal 2015 hat für viele die Attraktivität der Ebay Aktie einbrechen lassen. Man habe den Wachstumstreiber verkauft, heißt es öfters. Doch dafür wird der Konzern mit sehr durchschnittlichen KGVs gehandelt im Gegensatz zu den richtigen “Big Playern”, wie Amazon. Doch wirklich spannend wird es besonders, wenn man den Marktwert der Plattformen mit der Marktkapitalisierung ins Verhältnis stellt.

Stabile Vermögenslage / Entwicklung

Als erstes zur Entwicklung des Konzerns und der Vermögenslage. So kann der Konzern auf einen konstanten Anstieg aktiven Käuferzahlen zurückblicken. Diese stieg seit 2017 Quartal für Quartal auf Ende 2018 nun 179 Millionen an. Mit einen Gewinn je Aktie von 2,06 Euro je Ebay Aktie ist man aktuell bei Kursen um 32 € mit einen KGV von um die 15,5 bewertet. Das wirkt bezüglich des Segments relativ günstig.

Doch im Gegenzug dazu fehlen Wachstumsperspektiven. Man erwartet im Bestfall lediglich einen Anstieg um 2 Prozent im Umsatz. Den Gewinn will man im Bestfall auf 2,32 bis 2,37 Euro je Aktie steigern. Hier wird bereits deutlich, dass man sich hauptsächlich auf die Profitabilität ausrichtet und weniger auf das Umsatzwachstum. Doch auch laufende Aktienrückkäufe tragen dazu bei.

Zur Vermögenslage kann gesagt werden, dass Ebay nahezu Nettoschuldenneutral ist. Man erwartet auch dass man 2019 mit 3,5 Milliarden Dollar an Cash/Beteiligungen beenden wird. Die Erlaubnis für weitere Aktienrückkäufe im Volumen von 4 Milliarden Dollar hat man bereits. Damit will man wohl den Weg zur Value Aktie ebnen. Immerhin will Ebay nun seit 2019 laufend eine Dividende ausbezahlen. Dabei gibt es enormes Potential für Dividendensteigerungen. Angefangen hat man mit einer Ausschüttung von nur 0,12 Euro je Ebay Aktie. Also unter 6 Prozent des Gewinns.

Ebay Aktie

Die Ebay Aktie leidet unter der Vormachtstellung von Amazon.

 

Marktwert der Plattformen

Doch viel spannender als die Vermögenslage ist der offiziell betitelte Marktwert der Plattformen. So will Ebay die Konzernstruktur verändern. Dies hat der Hedgefonds Großaktionär Elliot angestoßen. Besser bekannt unter Paul Singer. Er will den Konzern aufspalten. Interessant ist von welchen werten bei der Pressemitteilung gesprochen wird. Siehe hier bei Reuters. Nämlich folgende:

  • Ticketbörse Stubhub Wert: 3,5 bis 4,5 Milliarden Dollar
  • Kleinanzeigensegment: 8 bis 12 Milliarden Dollar

Geht man vom schlechteren Fall aus kommt man bereits auf einen Wert von 11,5 Milliarden Dollar. Rein durch die zwei größeren Plattformen. Doch Ebay hat einige weitere. Einer der größten darunter ist z. B. Shutl Ltd., ein Fulfillment Service, der aber hierzulande wenig bekannt ist. Doch die wichtigste ist selbstverständlich Ebay selbst, bzw. der Marktplatz. Dieser plus den Marketing Einnahmen auf dem Marktplatz bietet immerhin über vier mal viel Umsatz wie Stubhub und das Kleinanzeigengeschäft zusammen. So könnte man den Wert der Einfachheit halber auf das 4-fache schätzen, also 46 Milliarden. Doch da der Marktplatz lediglich Wachstumsraten von lediglich um die 7 % erreicht würde ich eher vom 2,5-fachen ausgehen. Folglich 28,75 Milliarden Dollar für das Marktplatz Segment.

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Ich beziehe mich auf den offiziellen 10-K Geschäftsbericht.

Market Cap zu niedrig?

Aktuell hat man eine Markt Cap von etwa 33 Milliarden. Den Marktwert der Plattformen würde ich zusammen auf 40,25 Milliarden Dollar dotieren. So gesehen hätte der aktuelle Kurs knapp 20 % Potential. Doch durch Wachstum wird dieser Wert entsprechend höher. Doch das aktuelle Problem warum der Kurs der Ebay Aktie so “niedrig” ist sehe ich in der vermeintlich Übermacht von Amazon. Allein der Seitenhieb von Bezos in seinen Aktionärsbrief gegenüber Ebay ist bedenklich, da dieser den Kurs auf die Schnelle um knapp 5 Prozent ohne fundamentale Gründe einbrechen lies. Die Konkurrenz hat zweifellos die stärkeren Marktplätze, die für Kunden mehr Vorteile bieten. Doch Ebay erhebt in vielen Ländern nahezu das Monopol auf den Verkauf im Internet von Gebrauchtware. Hier liegt der große Konkurrent klar hinten.

Ebay Aktie Fazit

Ebay entwickelt sich aktuell zur Value Aktie. Mit starken Anstiegen von Dividenden ist in den nächsten Jahren zu rechnen. Durch die Aktienrückkäufe sind diese zudem gut zu finanzieren. Die größte Ungewissheit liegt im Marktplatz und ob Händler sich zu Amazon abwenden. Aktuell kann man lediglich schwache Wachstumsraten verzeichnen, während der größere Konkurrent weiterhin im höheren zweistelligen Bereich wächst. Deswegen vermutlich auch Singers Drängen auf die Fokussierung auf das Kerngeschäft und dem Anziehen neuer (Händler)Kunden. Da ich der Ansicht bin, dass Singer den Konzern auf den richtigen Weg führt, halte ich einige Anteile an den Konzern.

 

Der Verfasser hält genannte Anlageprodukte

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