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Die Anleger, welche bereits seit über ein Jahr am kanadischen Krypto-Unternehmen beteiligt sind, erlebten ein Trauerspiel. Trotz nach und nach unterschriebener Verträge, die Umsatz steigern sollten, kannte die NetCents Technology Aktie nur eine Richtung: nach Unten. Trotz des Wertgewinns des Bitcoins zeigte der Kurs der nur wenige positive Impulse. Es scheint, dass die Sache bereits verloren sei. Doch gleichzeitig werden die Vorstände nicht müde damit von steigendem Transaktionsvolumen zu sprechen. Dabei ist die Rede von 40 bis 80 Prozent pro Monat an Zuwächsen. Nach einer Viertelung des Aktienkurses wundert diese Aussage etwas. Doch reicht das mittelfristig alte Kurswerte wieder zu sehen? Ich versuche meine Meinung möglichst neutral wieder zu geben. Denn die Idee und das System wirkt tatsächlich vielversprechend.

 

Die letzten beiden Jahre

Kurz zusammengefasst kann man sagen, dass NetCents 2017 auf der Erfolgswelle der Kryptowährungen mit ritt. Zusätzlich konnte man große Partner für seine Transaktionsplattform gewinnen, welche sich aber im nachhinein als Luftnummer herausstellten. Anschließend kam sogar ein Delisting aufgrund von rechtlichen Schwierigkeiten. So kam über den Zeitruam der Anstieg der NetCents Technology Aktie von 40 Cent auf 4 Euro nur um dann wieder gravierend einzubrechen auf jetzt 33 Cent. Mehr zum abgelaufenen Jahr gibt es hierzu lesen. Ein Beitrag vom April 2018.

Doch wie geht es weiter? Die hauseigene Kryptowährung NCCO ist offensichtlich gescheitert. Sie wird nicht genutzt und man darf daran zweifeln ob man das jemals ändern kann. Doch vielleicht braucht es das auch nicht. Denn solange mit den anderen Kryptowährungen rege gehandelt wird, bestünde kein Zwang zum NCCO. Um diesen Handel anzuregen, will man noch 2019 eine Kreditkarte auf den Markt bringen, die mit dem Wallet verknüpft ist.

 

Umsatz, Umsatz und Umsatz

NetCents ist weiterhin knapp bei Kasse und finanziert sich immer wieder mit neuen Privatplatzierungen von Aktien. Aufgrund des niedrigen Aktienkurses wird das für die bestehenden Anleger teuer. Denn ihre prozentualen Anteile am Unternehmen sinken weiter. Deshalb vermutlich auch der stetig sinkende Aktienkurs der NetCents Technology Aktie und die fehlende Gegenbewegung. Aber auch der immer noch kaum vorhandene Umsatz spielt dabei wohl eine wichtige Rolle. Denn bis zum letzten Quartal hat es NetCents immer noch nicht geschafft relevante Umsätze zu erzielen, trotz vielversprechenden Partnerintegrationen.

Doch die letzten Blogeinträge und Berichte sind vielversprechend. So sollte man zumindest ab dem nächsten Quartalsbericht einen Anstieg sehen. NetCents berichtet, dass man in den letzten Monaten einen Anstieg von zwischen 40 und 80 Prozent habe. Dies muss sich direkt im Umsatz niederschlagen. NetCents nimmt laut den Investorblatt ca. 2 Prozent des Transaktionsvolumens. Also in etwa auf Niveau von Paypal.

 

Die Bewertung

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Aktuell sind in etwa 58 Millionen Aktien (*siehe Kommentar) im Umlauf. Bei einen aktuellen Kurs von 33 Cent ist NetCents mit knapp 20 Millionen Euro bewertet. Das bei einen Umsatz von 12.677 kanadischen Dollar im zweiten Quartal (3 Monate bis April 2019). So ist es relativ einfach die nächsten Monate bezüglich Umsatz abzuschätzen, falls die öffentlichen Aussagen korrekt sind, wovon auszugehen ist. Geht man von den zwei Prozent Transaktionsgebühr an, hat man also in den drei Monaten 633.850 Dollar abgewickelt. Macht im Monat im Schnitt 211.000.

Gehen wir der Einfachheit halber von dem Mittelwert an Wachstum aus. 60 Prozent. So ergibt sich folgendes Bild:

  • Mai +60 % – 337.000 Dollar
  • Juni +60 % – 539.000 Dollar
  • Juli +60 % – 862.000 Dollar

Macht eine Summe von 1,7 Millionen an Transaktionsvolumen. Dies entspräche einen Umsatz von immer noch mickrigen 34.760 Dollar.

NetCents selbst geht ja davon aus 2020 die 2 Million Volumen pro Monat im ersten Quartal 2020 zu überschreiten. Siehe hier. Dort heißt es:

Based on current growth rates and projections, the Company estimates it will exceed $6.5 million CAD in processing volume by January 2020and anticipates surpassing $2 million CAD per month in processing volume in the first calendar quarter of 2020.

Dazu auch folgendes Interview auf Youtube:

Das Problem mit den Volumen

NetCents wächst also offensichtlich bezüglich Transaktionsvolumen enorm stark. Doch reicht das? Angenommen man erreicht die 2 Millionen monatliche Summe 2020. Das wären das je nach weiteren Wachstum 6-10 Millionen im Quartal. Doch selbst das wären nur 120.000 bis 200.000 Dollar an Umsatz. Damit wird man es nicht in den Break Even schaffen. Es braucht noch viel größere Volumen.

Die operativen Kosten belaufen sich auf 1,3 Millionen im zweiten Quartal 2019. Um diese Höhe als Umsatz zu erzielen braucht es 65 Millionen an Transaktionsvolumen. Also knapp 22 Millionen im Monat. Eine ordentliche Summe, wenn man bedenkt, dass dies lediglich die operativen Kosten begleichen würde.

 

Hoffnungsträger Debitkarte

Es braucht also weiterhin starkes Wachstum. Deshalb gilt die Debitkarte als Hoffnungsträger. Denn damit wäre man nicht mehr auf Händlerverträge angewiesen. Man ermöglicht es den Kunden überall, wo Visa angenommen wird zu zahlen. Auch wenn hierbei die Marge von 2 Prozent wohl kaum gehalten werden  dürfte ist dies wohl der richtige Weg. Denn so spricht man die größtmögliche Zielgruppe an. Nur so wird man auch den Break Even mittelfristig schaffen können. Entsprechende Interesse vorausgesetzt.

NetCents Technology Aktie

NetCents will die Kryptos in den Alltag führen.

Verhalten der Führung

Häufig wird das Herausgeben von neuen Aktien, sowie die hohe Zahlung der Vorstände kritisiert. Beides ist für die Anleger kontraproduktiv. Doch ersteres hält NetCents am Leben. Doch desto geringer der Kurswert der NetCents Technology Aktie desto teurer wird diese Finanzierungsart für die Anleger. Im letzten Jahr sind ca. 10 Millionen neue Aktien auf den Markt gekommen. Prozentual also fast 20 Prozent.

NetCents Technology Aktie kurz

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Ohne zu kritisch sein zu wollen, halte ich die Lage von NetCents aktuell für sehr schwierig. Es wird noch lange dauern, bis man überhaupt den Break Even schaffen kann. Bis dahin füttert man sich mit neu gezeichneten Aktien durch, was für bestehende Anleger alles andere als positiv ist. Deshalb halte ich zwar das Geschäftsmodell für sehr interessant und auch praktikabel, aber der Weg in schwarze Zahlen wird weiterhin schwierig werden. Vor allem als Anleger sollte man starke Nerven haben und auch mit Verlusten rechnen.

 

Der Verfasser hält keine genannten Anlageprodukte.

 

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