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Immer wieder tauchen in Foren fragen auf über die Seriosität über bestimmte Unternehmen, die mit Anlageprodukten werben. In der Firmencheck-Reihe wollen wir diese Unternehmen genauer unter die Lupe nehmen und prüfen ob man guten Gewissens in angebotene Produkte investieren kann. Es ist lediglich unsere Ansicht und wir können nicht garantieren, dass unsere Meinung komplett richtig ist. Wir verwerten lediglich öffentlich zugängliche Informationen, die meist ausreichen um einen umfangreichen Überblick zu gewähren. Trotzdem sind schlussendlich immer Sie selbst für Ihr Handeln verantwortlich. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass CapStigma keine Geschäftsbeziehungen mit genannten Unternehmen unterhält. Wir leiten auch bewusst nicht zu dem Anbieter weiter. Beginnen wir beim zweiten Firmencheck mit Cannerald einem Forschungs und Produktionsunternehmen von Cannabis.

 

Das System Cannerald

Cannerald stellt sich selbst in drei Kategorien da.

  1. Cannermed für Medizin.
  2. Cannerrec für Konsum.
  3. Cannergrow für indirekten Besitz und Verkauf.

Natürlich geht es jeweils um Cannabis. Alle Bereiche sollen eine ordentliche Rendite erzielen können. Bei Letzterem soll diese durch den Anbau und den Verkauf entstehen. Also im Endeffekt wie bei Punkt 1… und bei Punkt 2. Warum man das Ganze in drei Kategorien eingeteilt wurde, dient wohl eher der Übersicht welche Bereiche Cannabis abdecken kann und welche Sorten man anbaut. Vermutlich soll auch der Eindruck der Größe des Unternehmens übermittelt werden. Dieser Eindruck verfliegt schnell, wenn man auf die einzelnen Website klickt. Denn die einzige Website, die fertig aufgebaut wurde ist die von Cannergrow. Die anderen sollen folgen.

Dabei sind in der Schweiz und Großbritannien Plantagen. Auch der Bedarf ist beachtenswert. Laut Cannerald gibt es sogar in Deutschland 800.000 Patienten, die täglich ein Gramm konsumieren. Bedarf stark steigend.

Das mag sicherlich korrekt sein. Der Bedarf ist da. Deshalb stiegen die Aktien der kanadischen Cannabishersteller zuletzt enorm an.

 

Die (zu) hohe Rendite

Wir können uns aktuell lediglich auf die Rendite von Cannergrow beziehen, da die anderen Webseiten (noch?) nicht online sind. Deshalb werden im Folgenden, wenn wir von Cannerald sprechen, uns lediglich auf Cannergrow beziehen, also den indirekten Besitz mit dem Verkauf der die Rendite erwirtschaften soll.

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Es soll folgender Maßen funktionieren: Man erwirbt eine Pflanze oder mehrere. Eine Pflanze kostet 350 €. 10 Pflanzen kosten 3.500 € und so weiter.

Eine Pflanze hat einen erwarteten Gewinn von 50 €. Wäre ein Gewinn von gut 14 Prozent Rendite je Pflanze. Die Pflanze wird nach 2-3 Monaten geerntet. Aufs Jahr hoch gerechnet würde man grandiose Renditen erzielen. Renditen, die so nicht ganz seriös wirken.

Cannerald

Cannerald will ermöglichen mit Cannabispflanzen den Kunden Geld zu verdienen. (Auf den Bild ist eine andere Pflanze zu sehen)

 

Unbekannte Variablen

Die Rendite hängt jedoch erstens vom Gewicht des CBD Gehalts an. Eine gute Pflanze hat laut der Fußnote 60 Gramm, eine schlechte dagegen 5 Gramm. Ausgegangen wird am oberen Beispiel von 25 Gramm je Pflanze. Diese entsprechen also 50 € bzw. 14 Prozent. Im schlechtesten Fall hätte man also nur ein Fünftel an der angegebenen Rendite. Im Bestfall mehr als das Doppelte.

Die zweite unbekannte Variable ist jedoch der Preis. Es wird von einem Preis von 2 Euro je Gramm ausgegangen. Man geht also gleichzeitig eine Rohstoffwette ein.

Zusätzlich kommt eine dritte anscheinend bereits eingerechnete Variable hinzu. Die der laufenden Kosten. Diese sollen 50 zu 50 aufgeteilt werden und sollen in den Werten oben bereits verrechnet sein. Diese Position scheint mir aber sehr undurchsichtig zu sein. Denn das würde voraussetzen, dass die Kosten für den Unterhalt 100 Pflanzen genau 100 mal so hoch sind wie bei einer Pflanze. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass hierbei keine Synergieeffekte zum tragen kommen. Folglich müssten eigentlich 100 Pflanzen mehr als 100 mal so viel Rendite wie eine Pflanze einbringen. Desweiteren stellt sich mir die Frage, wer dafür verantwortlich gemacht wird falls, eine Ernte schlecht wird oder sogar eine Plantage abbrennt. Ist man dann als Anleger mit den laufenden Kosten am Schaden beteiligt? Auf diese Frage findet sich keine Antwort.

 

Schlechtester Fall

Im schlechtesten Fall wirft eine Pflanze also nur 5 Gramm ab. Dies entspricht immer noch einer Rendite von etwa 2,8 Prozent je Pflanze. Alle 3 Monate wieder angelegt wäre dies eine Verzinsung von Gesamt 11,2 Prozent jährlich(Zinseszins unbeachtet). Dies setzt voraus und Diese Rendite ist schlicht zu hoch. Wie Cannerald dies gewährleisten kann bzw. soll ist fraglich.

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Sollte die Rendite nur halb so sicher sein wie behauptet, bräuchte man kein Geld der Öffentlichkeit. Deshalb ist es Zeit etwas kritischer zu werden. Denn Großinvestoren würden die Gründer mit Kusshand unterstützen. Nach Aussage von Cannerald Großinvestoren abgelehnt und man will eine größere Community erreichen. Hier entstehen klare Zweifel am Wahrheitsgehalt. Denn selbst die großen kanadischen Anbieter in diesem Segment schreiben Verluste. Wie soll man also diese Rendite und die Ausschüttungen mittelfristig finanzieren? Hier stellt sich die Frage, wer sind die Gründer?

 

Das Gründerteam

Zu den vier Gründern ist relativ wenig zu finden. Lediglich diese Punkte haben mich aufmerksam werden lassen:

  1. Sascha Wäschle – Mitbegründer von Cannerald, Dayline Mining und MSL-Industries.
  2. Severin und Levin Amweg – Mitbegründer von Cannerald, Dayline Mining und MSL-Industries.
  3. Maik Pietrowski – Mitbegründer von Cannerald.

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Scheinbar haben die Gründer von dem Konzern ein gewisses Netzwerk aufgebaut, was auch bereits früher aktiv war. Bei MSL-Industries haben viele der gleichen Namen mitgewirkt. Ob es das Unternehmen noch gibt, ist fraglich. Die Websites sind down. Dies sollte für ein Unternehmen welches Online Marketing Kurse verkauft, wohl kein gutes Zeichen sein. Anzumerken ist, dass auch MSL erst Mitte 2017 gegründet wurde. Auch Dayline Mining ist nicht mehr zu erreichen. Pietrowski sieht dagegen aus, als wäre er der Neue im Bunde.

Viele Informationen zu den Gründern gibt es insgesamt also nicht, aber das was es gibt sieht nicht all zu vertrauenswürdig aus.

 

Cannerald seriös?

Worauf wir bisher noch gar nicht eingegangen sind, ist, dass man die Pflanzen nicht per normaler Bezifferung verkauft, sondern per Blockchain und Token. Darauf wollen wir aktuell nicht weiter eingehen. Aus unserer Sicht ist von Cannerald klar Abstand zu nehmen. Viel zu hohe Renditeversprechungen treffen auf Gründer, deren frühere Firmen bereits von der Bildfläche verschwunden sind. Auch die Aussagen bezüglich Investorengeldern sollten hinterfragt werden. Auch der auffällige große Hinweis auf das Werbeprogramm ist typisch für ein Schneeballsystem. Irgendetwas scheint hierbei nicht mit rechten Dingen von Statten zu gehen. Den Anbieter gilt es genau zu hinterfragen und im Zweifel fern zu bleiben.

Kurz: Vorsicht bei Cannerald!

 

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