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Nachdem wir bereits Peaks (Anlagecheck #5) unter die Lupe genommen haben, sehen wir uns dieses Mal einen Anbieter an, mit einen sehr ähnlichen Geschäftsmodell. Er ist ebenfalls auf ETFs spezialisiert und will es den Kunden möglichst einfach machen einen ETF Sparplan zu erstellen. Es geht um OSKAR. Den Robo Advisor, der in Deutschland offensichtlich gerade eine starke Marketingkampagne fährt. Doch ist der OSKAR ETF Sparplan für den Kunden tatsächlich mit einem Mehrwert gesegnet oder müssen Kunden mit Gebühren über Gebühren für die eigentlich sehr günstige Anlageform rechnen? Das wollen wir im Folgenden in unseren Anlagecheck #6 feststellen. Nur noch eine Anmerkung: CapStigma hat keine laufenden Geschäftsbeziehungen zu OSKAR.

 

Was macht OSKAR?

Oskar bietet den Kunden fünf verschiedene Risikokategorien zum Investieren an. Dabei gilt das OSKAR 50 (50 % Aktienanteil) als risikoärmstes und OSKAR 90 (90 % Aktienanteil) als risikoreichstes Anlageobjekt. Der Rest wird in festverzinsliche Wertpapiere (Anleihen) und inflationsgeschützte Anleihen verteilt. Soweit so gut. Der Aktienanteil ist, genau wie die Anleihen auf über tausende Unternehmen verteilt. Ein breit gestreuter ETF eben. Genauer gesagt investiert man jeweils in 10 ETFs bzw. ETCs. Um zu investieren bietet der OSKAR ETF Sparplan Sparraten ab 25 € monatlich an.

Doch was macht OSKAR nun so besonders? Dieser Frage wollen wir genauer auf den Grund gehen und wollen direkt ein Statement zur Selbstdarstellung von OSKAR auf deren Website und den Marketingaussagen abgeben. Die Besonderheiten gibt es hier.

 

OSKAR ETF SPARPLAN

OSKAR im Anlagecheck

 

OSKAR ETF Sparplan “Besonderheiten”

1.Gegenüber einen ETF Sparplan.

Dabei betont OSKAR die eigentlich hohen ETF Kauf Gebühren mit 1,5 %. Man meint hierbei klar die Ausgabeaufschläge, die bei manchen Brokern anfallen. Bei einen anderen Großteil jedoch, gibt es diese Ausgabeaufschläge nicht, was die Aussage zu einer glatten Marketinglüge macht. Kleine Eigenwerbung: In unseren Depotvergleich finden Sie genügend Anbieter, die zahlreiche ETFs kostenlos besparbar machen. Lediglich die Aussage, dass bei Umschichtung mehr Kosten anfallen als bei OSKAR mag richtig sein, doch widerspricht das ohnehin eigentlich den Sinn eines ETF Sparplan. Hier soll nicht umgeschichtet werden, wenn er ohnehin breit gestreut ist!

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2. Gegenüber einer Versicherung.

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Hier hebt man den Vorteil hervor, dass die Sparpläne jederzeit “kündbar” und das Kapital verfügbar ist. Ein Vorteil also, den alle börsengehandelte Anlageprodukte aufweisen.

3. Gegenüber dem Sparbuch.

Hier vergleicht man das von Inflation geplagte Sparbuch mit der 20-Jahres Performance des DAX. Witzig, wenn man bedenkt, dass OSKAR nicht in den DAX investiert sondern nach eigener Aussage in über 10.000 Unternehmen gleichzeitig. Warum also nicht in den DAX (mit nur 30 Werten) wenn der eine so tolle Performance erzielt, würde sich die Frage stellen. Hier hat die Marketingabteilung nicht ganz zu Ende gedacht.

4. Gegenüber einem Investmentfonds.

Hier wird es etwas abstrus. Denn hierbei betont man die schlechtere Performance von Investmentfonds zu deren Benchmark, da sie zu viele Gebühren verlangen. Warum jemand mit einem OSKAR ETF Sparplan hier im Glashaus sitzt, zeigen die Kosten….

 

Die Kosten

Das Geld bei OSKAR wird von Scalable verwaltet, einen Robo Advisor.

Das Geld bei OSKAR wird von Scalable verwaltet, einen Robo Advisor.

Das mit wichtigste Kriterium sind die Kosten. Hier gibt es zwei Kategorien:

  • Ab 10.000 € 0,8 % p. a. Dienstleistungen + 0,14 % p. a. ETF Gebühr.
  • Unter 10.000 € 1,0 % p. a. Dienstleistungen + 0,14 % p. a. ETF Gebühr.

Hier wird klar warum OSKAR nicht das Recht hat Investmentfonds für zu hohe Gebühren zu kritisieren. Sie verlangen zwar weniger, aber im Verhältnis zu reinen laufenden ETF Kosten verlangt man (ab 10.000 €) das 5,7-Fache der eigentlichen Anlagegebühren!

Interessant bei der Kostenaufstellung ist, dass die Gebühren hauptsächlich an Scalable Capital geht. Einen Robo Advisor der die Vermögensverwaltung übernimmt. An ihn werden auch der Großteil der Gebühren gehen. Es scheint als wäre OSKAR eine White Label Lösung von Scalable Capital, was auch die Presseberichte des Ausbaus des Vertriebsnetzen von Scalable bestätigen.

Deshalb ist es interessant, die Kosten direkt mit den von dem Robo Advisor zu vergleichen. Dort verlangt man 0,75 % für Dienstleistungen und 0,19 % p. a. für ETF Gebühren. Also im Endeffekt nahezu die selben Gebühren nur anders verteilt. Der OSKAR ETF Sparplan scheint also in günstigere ETFs als Scalable selbst zu investieren. Ein Aufstellung zu den unterschiedlichen ETF und ETCs findet man hier.

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OSKAR seriös?

Auch, wenn oben genanntes zum Teil sehr negativ wirken mag, begrüßen wir die Idee der deutschen Gründer sich in erster Linie auf die Zielgruppe Familie zu fokussieren. Das Unternehmen kann durchweg als seriös eingestuft werden und es sind bereits umfassende Berichte im Netz, die weder vom Gründungsteam noch von OSKAR auf unseriöse Machenschaften schließen lassen.

Durch die ausgewählten ETF/ETCs bemerkt man das Bestreben der Gründer, der Zielgruppe möglichst wenig Gebühren aufzuerlegen. Das scheitert jedoch zum Teil an den hohen Gebühren für Scalable. Ein OSKAR ETF Sparplan bietet also genau die selben Probleme wie ein Robo Advisor. Man betont ständig, dass die Umschichtung kostenlos wäre, vergisst aber, dass…

  1. eine Umschichtung von ETFs im Normalfall nicht nötig ist.
  2. ein Rebalancing sogar performanceschädlich sein kann.
  3. die hohen Dienstleistungsgebühren eben u. a. aus den Transkationen entstehen.

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Gleichzeitig wird die ETF Gebühr nicht separat abgerechnet sondern im Kurs verrechnet. Man kauft also zu eigentlich zu hohen Kursen. Transparenz ist das eben leider nicht. Auch andere Anbieter gehen so vor, was schade ist. Eine klare Kostenaufstellung wäre um einiges besser.

 

Empfehlung? Ja? Nein?

Klar, eine Do-It-Yourself Lösung ist weiterhin das Beste und Günstigste. Der geringe Aufwand zum Erstellen sollte niemanden aufhalten es selbst in die Hand zu nehmen. Schließlich geht es in einem langen Zeitbereich um tausende Euro. Die Zielgruppe will eben möglichst wenig Arbeit haben, was sie dann auch über Jahre bezahlt.

Eine andere Frage, die sich stellt ist, ob man, wenn man schon in OSKAR also indirekt in einen Robo Advisor investiert, nicht lieber direkt einen solchen sein Kapital gibt. Hier finden Sie einen Robo Advisor Vergleich. Diese haben den selben Vor- und Nachteil. Wenig Aufwand, relativ hohe Gebühren. Es bleibt also dabei, falls Sie für Ihre Kinder oder für die Familie eine einfache (aber nicht ganz günstige) Anlagemöglichkeit wollen, ist OSKAR ok.

 

 

Weitere Anlagechecks:

Anlagecheck #4: Multibox Garagen

Anlagecheck #3: Oikocredit

Anlagecheck #2: Cannerald

Anlagecheck #1: Bitbond

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