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Indexfonds bzw. ETFs sind weiterhin beliebt. Vor allem bei Privatanleger sind die kostengünstigen Anlageformen weiterhin eine Möglichkeit, sein Geld ohne hohe Gebühren an den Aktienmärkten zu investieren. Doch Kritiker werden lauter. ETFs würden die Stabilität des Marktes gefährden und bei Kursstürzen diese beschleunigen. So die Vorwürfe. Doch was ist dran an der Kritik? Sind ETFs gefährlich oder weiterhin eine gute Möglichkeit sein Geld diversifiziert anzulegen? Diese Fragen wollen wir im Folgenden bestmöglich beantworten.

 

ETFs im Aufschwung

Exchange Traded Fonds erfreuen sich bereits enorm hohen Fondsvolumen, also Kapital was in dem Indexfonds angelegt ist. So verwaltet einer der größten ETFs, der MSCI World von iShares bzw. BlackRock bereits allein knapp 17 Milliarden Euro. Eine gewaltige Summe, die zweifellos die Märkte beeinflussen könnte. So die Theorie. Aber zuvor noch einen Blick auf das allgemein verwaltete ETF-Volumen aller ETFs zusammen. Begonnen mit einer Statistik von Statista.de:

 

Statistik: Entwicklung des weltweit in ETFs verwalteten Vermögens von 2005 bis 2018 (in Milliarden US-Dollar) | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Seit 2005 wuchs also das Volumen von 415 Milliarden auf knapp 4,7 Billionen Euro im Jahre 2017. 2018 stagnierte das Volumen nahezu und war leicht rückläufig. Der Aufstieg der ETFs fand also hauptsächlich nach der Finanzkrise 2008 statt. Seit der Krise vervierfachte sich die Summe auf das nun gewaltige Volumen von 4685 Milliarden. Doch heißt das bereits, dass ETFs gefährlich sind? Wie ist das Verhältnis zu anderen Anlageformen?

 

ETFs und andere Aktienfonds

4,7 Billionen Euro mögen erst einmal nach einer sehr hohen Summe klingen. Doch laut Statista liegt das weltweit in Aktienfonds angelegte Vermögen bei bereits 19,9 Billionen Euro. Darin sind auch die 4,7 Billionen von ETFs enthalten. Doch eine weitere Kategorie fehlt. Nämlich die der Hedgefonds. Auch Hedgefonds, also Fonds, die wenig eingeschränkt sind, sollte man nennen, da diese besondere Art von Fonds ebenso die Aktienmärkte massiv beeinflussen können. Sei es durch Aktienkauf oder Leerverkäufe. Diese verwalten eine Summe von beachtlichen 3 Billionen Euro.

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Also liegt das Verhältnis von ETFs zu anderen Fonds bei 4,7 Billionen zu 18,2 Billionen Euro. Das ETF Volumen ist also nur etwas mehr als ein viertel des Volumens der anderen Fonds und so sollen ETFs die Finanzstabilität gefährden? Wohlgemerkt ist dies nur das Volumen, welches in diesen Fonds liegt, es wäre noch einiges mehr würde man das Anlagevolumen in Aktien hinzuaddieren.

 

ETFs gefährlich?

ETFs eine gute Spardose?

 

Risiko ja, unverhältnismäßig nein

Was die Kritiker bemängeln, dass ETFs die Märkte tiefer in den Abgrund reißen können, mag hinsichtlich der Summe nachvollziehbar sein. 4,7 Billionen können selbstverständlich die Märkte beeinflussen. Die Frage ist allerdings ebenso, was mit der größeren Masse der sonstigen Aktienfonds geschieht. Diese umfassen eine noch größere Summe und liegen damit deutlich über den Einfluss von ETFs auf die Märkte.

Also statt den ETFs den schwarzen Peter zuzuschieben, sollte das Augenmerk weiterhin auf den sonstigen Marktteilnehmern liegen. Pauschal ETFs gefährlich zu beschreiben ist etwas fragwürdig und mag möglicherweise an der Unbeliebtheit innerhalb gewisser Branchenzweige liegen. Das Argument, dass ETFs oft schneller verkauft werden können, da sich die Käufer besser mit der Materie auseinandersetzten ist ebenso etwas wage. Denn gerade, weil sich ETF-Käufer mit der Thematik beschäftigten ist der emotionale Verkauf doch in der Theorie deutlich unwahrscheinlicher. Die Aktienfonds-Käufer sind dagegen häufig Menschen, die jedes Quartal einen Bericht des Fonds erhalten und die Entwicklung sehen. Entsprechend handeln sie theoretisch seltener.

 

Keine Historie

ETFs wird ebenso vorgehalten, dass man keine Erfahrungen in Crashs aus der Historie habe. Doch auch das ist nicht korrekt. 2007 lagen bereits 817 Milliarden Euro in ETFs. Dieses Volumen ging nur geringfügig auf 716 Milliarden 2008 zurück, was wohl in erster Linie den damaligen Wertverlusten bedingt war. Der anschließende Anstieg auf eine Billion 2009 ist ebenso ein Zeichen dafür.

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Fazit

Ja, ETFs können die Märkte beeinflussen. Sie werden aber nicht alleine den Markt nach unten drücken. Die anderen Fonds spielen weiterhin eine deutlich größere Rolle, weshalb die Aussagen, dass ETFs gefährlich sind, sehr wage sind. Allein deshalb ist also nicht von einer Investition in ETFs abzusehen. Dazu hier unser Leitfaden für ihren ETF Sparplan. 

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