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Mittlerweile gibt es für fast alles einen speziellen Index. Die HypoVereinsbank hat sich nun aber gedacht, dass ein weiterer nicht schaden würde und legt den BAIX auf. Der BAIX Index ist ein Bayrischer Aktienindex, der in die größten 20 Aktien (nach Marktkapitalisierung) mit Firmensitz in Bayern investiert. Nach Nordrhein-Westfalen ist Bayern stärkstes Bundesland, gemessen am BIP. Die Hypo stellt Charts zur Verfügung, die zeigen, dass der neue BAIX in der Theorie sowohl den DAX als auch den HDAX in den letzten Jahrzehnt überflügelt hätte. Doch macht es wirklich Sinn sich lediglich auf Bayern zu konzentrieren und was hat es mit den BAIX wirklich auf sich? In unseren Anlagecheck #8 werden wir uns damit beschäftigen ob das Anlegen in Bayern mit Hilfe des neuen Index sinnvoll ist.

 

Bayerns Performance

Das BIP von Bayern stieg in den letzten Jahren stets stärker als das von Deutschland gesamt. Auch der Innovationsmotor scheint aus Bayern zu kommen, denn knapp 32 Prozent der neuen Patente 2018 stammten aus Bayern. Das Bildungsniveau gilt in Bayern ebenso als die Spitze von Deutschland. Kein Wunder, denn München gilt weiterhin als eine der beliebtesten Studienstädte der Welt.

BAIX Index

Schloss Neuschwanstein. Ein Markenzeichen des bayrischen Tourismus.

Bayern ist also beliebt und erfolgreich gewesen, doch reicht das, damit man davon ausgehen kann, dass Bayern besser abschneidet als Gesamt-Deutschland?

 

BAIX Index – nur ein kleiner DAX

Sieht man sich die Zusammenstellung des Index an, fällt schnell auf, dass fünf Unternehmen bereits über 50 Prozent einnehmen. Dabei geht es aktuell um folgende Unternehmen:

  • Allianz 19 %
  • Siemens 16,8 %
  • Adidas 8,5 %
  • Münchener Rück  8,1 %
  • BMW 5,8 %
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Alle fünf Unternehmen nehmen auch im “normalen” DAX eine große Position ein. Der BAIX Index ist zu über 50 % von diesen Großunternehmen bestimmt. Das hinterlässt einen faden Beigeschmack. Warum konzentriert man das Fondsvolumen auf nur 20 Unternehmen? Und fünf davon bestimmen sogar über 50 Prozent. Der BAIX ist also nur ein kleiner DAX mit der Beimischung von ein paar wenigen weiteren Unternehmen. Warum nicht stärker diversifizieren? Die Idee des BAIX ist interessant, doch statt 20 Unternehmen hätte man vielleicht 100 aufnehmen sollen und das Kapital ordentlich aufteilen. Das wäre ein richtiger bayrischer Aktienindex. Denn Auswahl gäbe es genügend, nur müsste man dann eben auch in Smallcaps investieren.

Die Vergleichsgrafiken der Hypo mit dem DAX mögen zwar schön und gut sein, doch ist es eben nicht “Bayern” was man abbildet, sondern nur ein kleiner DAX. Es scheint als habe man bewusst eine Anzahl gewählt, bei der gelten sollte: Besser als der DAX. Für die Zukunft scheint das aber wohl weniger empfehlenswert, aufgrund dem hohen Fokus auf die Versicherungsbranchen die unter den harten Marktumfeld leiden.

 

Investieren über ein Zertifikat

Die HypoVereinsbank hat einige Zertifikate auf den BAIX angelegt. Das Wichtigste ist das HV Open End Index Zertifikat mit der WKN HVB4BY. Gehandelt werden können sie über diverse deutsche Börsen. Mehr Infos dazu gibts hier. Eine andere Möglichkeit auf den Index zu setzen gibt es bisher noch nicht. Ein ETF oder ähnliches wäre wohl deutlich interessanter.

 

Mehr Schein als Sein

Die Hypo zeigt, dass es neue Produkte braucht um Kunden zu begeistern. Der BAIX Index hätte eine interessante Sache werden können. Aber die Präsentation der neuen Produkte ist etwas scheinheilig. Es wird mit der tollen wirtschaftlichen Entwicklung von Bayern geprahlt, sowie einzelne Merkmale wie der  Boomende Tourismus genannt. Doch das Kapital wird auf nur 20 Unternehmen verteilt. Das passt nicht zusammen.

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Bitte liebe Hypo, wenn einen BAIX dann bitte richtig! Keinen DAX in extra stark konzentriert. Doch wer das trotzdem will, scheint bei dem neuen Index und dessen Zertifikate vielleicht gar nicht so falsch zu sein….

 

 

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