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  • Die K+S Aktie ist auf Jahressicht um über ein Viertel eingebrochen und befindet sich auf einen 14-Jahrestief.
  • Aktie notiert weit unter den Buchwert.
  • Fundamental scheint der Titel günstig zu sein.
  • Das operative Geschäft verläuft schleppend.
  • Schwache Rohstoffpreise und niedrige Nachfrage sind ein Gründe dafür.
  • Die schlechten Nachrichten reißen nicht ab.
  • Insider kauften im August etwas hinzu.

 

Hat sich das Management übernommen?

Wer schon länger bei K+S dabei ist, wird sich noch an 2015 erinnern, bei dem man das Übernahmeangebot seitens Potash ablehnte. Potash bot damals 41 Euro je K+S Aktie und sorgte dabei für einen ordentlichen Aufschlag des Kurses. Damals lehnte das K+S Management das Angebot ab mit dem Statement, dass man aus eigener Kraft höhere Kurse erreichen kann.

Nun vier Jahre später befindet sich der Kurs auf einem 14-Jahrestief. Mit dem neuen Vorstandsvorsitzenden Lohr(seit 2017) geht es nun daran die hochgesteckten Ziele zu erreichen. Bisher komplett erfolglos. 2018 machte der dürre Sommer und 2019 nun die schwache Kalinachfrage den Konzern zu schaffen. Es sieht bisher alles danach aus als hätte man das damalige Angebot von Potash annehmen sollen. So haben die Aktionäre nun dreiviertel weniger in der Tasche.

 

K+S Aktie

K+S ist einer der größten Salzproduzenten.

 

K+S Aktie fundamental

Wenn man sich den Kursverlauf ansieht, könnte man denken, dass der Konzern mit gigantischen Problemen kämpft. Doch fundamental gestaltet sich das Bild etwas anders. Der Umsatz stieg im 3. Quartal sogar um 7,7 % (im Vergleich zum schwachen Vorjahresquartal). Das EBITDA stieg sogar um das Doppelte. Auch auf 9 Monatssicht sieht die Sache nicht so schlecht aus. Auch wenn 2018 zweifelsohne ebenfalls ein schwaches Jahr war. Im Gegensatz zu 2018 aber wird man voraussichtlich 2019 einen positiven freien Cashflow erzielen. Hier der Q3 Bericht.

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In den ersten 9 Monaten hat man 0,35 Euro je K+S Aktie verdient. Aufs Gesamtjahr scheint ein Wert von ca. 0,55 realistisch. Dies würde einen KGV von aktuell 19 entsprechen.

Der Buchwert beläuft sich aktuell auf nahe des doppelten des Aktienkurses. Doch ist es fraglich wie realistisch der Wert wirklich ist. So sind die Sachanlagen allein mit 6,7 Mrd. Euro in der Bilanz ausgewiesen. Bei zu schwacher Nachfrage erscheint dieser Wert aber deutlich zu optimistisch.

Insgesamt scheint K+S seine Lage im Vergleich zu 2018 verbessert zu haben. Dass der Kurs derartig stark eingebrochen ist, liegt wohl unter den viel zu hohen Erwartungen, die u. a. auch vom Management geschürt wurden. Die schwache Kalinachfrage trag ebenso ihren Teil dazu bei wie die Probleme mit den Kaliwerk in Kanada/Bethune.

 

Rohstoffwette

K+S in in Sachen Kaliherstellung ein relativ kleiner Teilnehmer am Weltmarkt. Die führenden sind Cantopex Uralkali und Beraluskali, die zusammen bereits über 50 % des Marktes für sich beanspruchen. K+S liegt mit etwa 8 % auf einer Stufe mit ICL. Der Kalimarkt leidet unter Überkapazitäten und die deutlich größeren Anbieter machen weiterhin Druck und man reagiert mit Produktionssenkungen. Ein Problem ist zudem, dass China keine Importe von Kali mehr zulässt. Im Salzmarkt kann man immerhin etwa 25 % für sich beanspruchen.

Diese beiden Märkte sind für K+S von sehr großer Bedeutung und der weitere Kursverlauf der Aktie hängt maßgeblich mit der Preisentwicklung zusammen. Aktuell schlägt sich der Konzern trotz der schwachen Märkte noch relativ gut. Doch weitere Preisrückgänge werden schwierig zu bewältigen. Auf eine Übernahme braucht man in diesem Marktumfeld wohl nicht zu hoffen.

 

Fazit

Fundamental scheint das Unternehmen vernünftig bewertet zu sein. Denkt man zurück, dass Potash tatsächlich 41 Euro je Aktie für K+S bezahlen wollte, kann man sich das Potential ausmalen welches besteht, wenn die Preise wieder anziehen. Doch bisher gibt es kaum Anzeichen einer Preiserholung es scheint die Nachfrage steigert sich nur langsam. Insgesamt ist die K+S Aktie auf aktuellen Niveau langfristig eine gute Chance, wobei man kurzfristig noch mit Abschlägen rechnen muss. Alles in allem eine spannende Rohstoffwette. Denn ziehen die Preise wieder an, sind Ergebnisse wie 2015 in Höhe von 2,5 Euro je Aktie dank der höheren Kapazitäten keine Utopie mehr. Doch bis dahin braucht es wohl Geduld…

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Der Verfasser hält genannte Wertpapiere.

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