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Der kanadische Krypto-Zahlungsabwickler NetCents hatte im letzten letzten Berichtsquartal das erste Mal ordentliche Umsatzuwächse verzeichnen können. Doch es fehlt an Geld, Akzeptanz für Kryptowährungen und vor allem an Fähigkeit des Managements das Ruder rumzureißen. NetCents versprach viel, schaffte wenig und scheitere oft. Der Verlauf des Aktienkurses der vergangenen zwei Jahre spricht Bände. Nach dem Hype kam die Ernüchterung und echte Erfolge blieben aus. Der Kurs sinkt unermüdlich weiter und die Luft für weitere Kapitalzuflüsse wird dünner. Die NetCents Pleite scheint bald im Raum zu stehen. Das Management scheint weiter optimistisch, doch ist das angebracht?

 

Die NetCents Story…

Ich habe bereits zwei Artikel über NetCents geschrieben und wurde Anfang leider von dem Hype um den kanadischen Zahlungsabwickler mitgerissen. Punkte wie die ungerechtfertigt hohen Managementgehälter und den aktionärsunfreundlichen Finanzierungen waren mir zwar bereits damals ein Dorn im Auge, doch mittlerweile wurde mein Misstrauen in das Management zu groß. Das Warum will ich im Folgenden darstellen.

NetCents Pleite

Der Kryptohype ist vorbei und so auch mit vielen Kryptounternehmen…

Managementgehälter

Die Gehälter schraubte man stets, trotz ausbleibenden Geschäftserfolg, ordentlich nach oben. Wohlgemerkt wurden nicht verstärkt Optionsausgaben getätigt sondern Bargeld bezahlt. Es scheint also, dass der einzige der keine potentiellen Aktien will, CEO Moore ist. Ein ungewöhnliches Verhalten, wenn man im Gegenzug seine optimistischen Aktionärsmitteilungen liest. Der letzte Quartalsbericht zeigt bereits, dass Mitarbeiter zunehmend mit Optionen vergütet werden, während Moores und Jessops Optionen deutlich zurückgingen. Es scheint nach den Prinzip “rette sich wer kann” zu gehen und das Bargeld was entzogen werden kann, geht direkt ans Management.

 

Finanzierung fehlt

NetCents hat kein nenneswertes Anlagevermögen und daher kaum Chance gewöhnliches Fremdkapital aufzunehmen. Um eine NetCents Pleite zu vermeiden braucht es also weitere Optionsausgaben, die die bestehenden Anteile massiv verwässern werden. Es wird weiterhin kaum nennenswerter Umsatz erzielt und es bleibt so keine andere Möglichkeit. Es werden laufend neue Optionen verbreitet. Siehe auch den letzten Bericht.

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Schenkt man den Investorblättchen Glauben, fallen bis 2021 noch über 11 Millionen CAD an Kosten bis zum Break Even an. Bei 0,31 CAD entspricht bei dem Kurs zusätzlich benötigten 35,5 Millionen Aktien. Da es sich aber lediglich um das aufaddierte EBITDA handelt ist noch mit deutlich höheren Beträgen zu rechnen. Heute sind es 68,5 Millionen Aktien inklusiv Optionen. Ergo kann man mit einen Anstieg auf weit über 100 Millionen ausgehen, sollte sich nichts gravierendes ändern und Abnehmer gefunden werden.

 

Die merkwürdigen Mitteilungen

Als erstes die dreiste Aussage man hätte die Kosten reduziert. Das ist faktisch falsch. In Summe sind die ausgegebenen Optionen dieses Jahr angestiegen, doch aufgrund des niedrigeren Wertes nicht als so hoch zu bilanzieren als noch vor einem Jahr. De Facto ist der Schaden für die Aktionäre maximiert worden.

Weiterhin wird sich in den Ad-Hoc Meldungen auf irgendwelche bestimmten ausgewählten Monate oder Bereiche prozentual bezogen. Allein das schürt durch den zu Beginn des Jahres noch kaum vorhandenen Transaktionsvolumens Verwirrung. Bezüglich den Transkationsvolumen scheint man in den vergangenen Jahr immerhin ordentliche Fortschritte gemacht zu haben. Doch auch diese werfen Fragen auf:

  • Am 24. Oktober schrieb man man ein um 360 % gestiegenes Volumen in Q3 gegenüber Q2.
  • Am 6. November berichtete man über 81 % gestiegenes Volumen in Q4 gegenüber Q3 und 425 % gegenüber Q2.

Die Meldungen widersprechen sich und gehen nicht auf. Die Ad-Hocs von NetCents scheinen also fehlerhaft zu sein. Es wirft also die Frage auf, ob NC entweder die Zahlen nicht im Griff hat oder bewusst täuscht. Beides keine guten Anzeichen.

 

Partnerschaften?

Die größte Partnerschaft hat NetCents aktuell mit Mindgeek. Doch auch das ist alles andere als eine sichere Sache, denn die Größe der Plattform müsste längst für Umsatz sorgen, doch tut es kaum. Umso merkwürdiger ist es, dass Mindgeek bereits darüber berichtet hat, dass tausende Transaktionen über Verge abgeschlossen wurden. Die NetCents Plattform würde eigentlich Verge umfassen, doch die Meldung fiel in den letzten Berichtszeitraum aber am Umsatz sah es alles andere als derartig positiv aus. Da das System ja eigentlich auch weitere Kryptos umfasst hätte man bereits beachtlichen Umsatz erzielen müssen. Es stimmt also auch hier etwas nicht. Offensichtlich wickelt man eben nicht alle Kryptowährungen ab sondern vielleicht nur ein paar wenige und dabei nicht einmal die, die der Gateway eigentlich umfassen würde. Sinn würde es nur ergeben, wenn über NetCents die weniger relevanten Kryptos wie Tron oder Zencash abgewickelt werden.

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Achtung vor diesem Management

Ich habe mit NetCents viel Geld verloren und laste es hauptsächlich den Management an, welche fragwürdig agierten, kommunizierten und falsche Erwartungen bewusst schürten. Aus aktueller Sicht scheint es weiterhin der Fall zu sein, dass die Aktienanzahl schneller steigt wie der Umsatz, d. h. der Aktienkurs kann nicht nachhaltig auf die Beine kommen. Auch ein großartiger Umsatzsprung scheint kaum möglich.

Das Kapital wird knapper und Empfänger für Optionen werden wohl ebenso nicht leichter zu finden sein. Ein Teufelskreis wurde bereits in Gang gesetzt und sorgt als erstes für die Verwässerung der Anteile. Anschließend hängt alles von einem Anstieg des Kurses ab um sich über Wasser zu halten. Sollte das nicht eintreten werden ab Mitte 2020 eine NetCents Pleite Gerüchte die Runde machen…

 

Der Verfasser hält keine genannten Anlageprodukte.

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