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Der Gesundheitstrend geht weiterhin in eine deutliche Richtung und zwar gesünder, umwelt- und tierweltschonender. Das Eigenartige ist jedoch, dass entsprechende Produkte deutlich teurer sind als ihr tierisches Vergleichsprodukt. Doch warum ist das so? Sind tatsächlich die eigentlichen Herstellungskosten veganer Produkte Schuld daran? Laut einigen Veganern ist die Sache klar: Die Industrie will die Verbraucher abzocken. Was ist dran an dieser Aussage oder sind doch die Herstellungskosten die Ursache des Problems, so dass die Anbieter praktisch dazu gezwungen sind derartig hohe Preise aufzurufen? Da diese Thematik in den nächsten Jahren eine immer wichtigere Rolle einnimmt wollen wir im Folgenden auf den Grund gehen. Denn neue Mitbewerber in den Bereich, wie Beyond Meat machten sich an der Börse und den Investoren bereits einen Namen. Weitere werden folgen.

 

Fleischersatz Kosten – Wie hoch ist die Marge?

Egal ob Beyond Meat, Impossible Food oder sonstige Hersteller von veganen Fleisch, da sich die Inhaltsstoffe stark ähneln kann man auch davon ausgehen, dass die Gewinnmargen ebenso auf ähnlichen Niveau sind. Das Tolle an Beyond Meat ist, dass sie bekanntlich eine börsennotierte Gesellschaft sind, so dass man jegliche Einsicht zu den Geschäftsberichten hat. Diese sehen folgender Maßen aus:

  • In den ersten 9 Monaten 2019 erzielte man einen Umsatz von 199 Millionen US Dollar Umsatz.
  • Dabei fielen reine Herstellungskosten von 133 Millionen US Dollar an.
  • Daraus ergibt sich ein Bruttogewinn 66 Millionen US Dollar, entsprechend einer Bruttogewinnmarge von etwa 33 %.
  • Beyond Meat verdient also, wenn man Patties für 4,99 € kauft, im Schnitt 1,66 € daran.
  • Die Herstellungskosten würden demzufolge bei 3,37 € liegen.

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Hier verdeutlicht sich, dass die Produktionskosten aktuell gar nicht mal so niedrig sind. Hier werden viele ganz einfach über einen Kamm geschert. Wobei es zu beachten gilt, dass die Unternehmen noch relativ klein und neu am Markt sind, d. h. dass sie aktuell Produktionskapazitäten ausbauen und wohl weniger von Skaleneffekten, sowie weiteren Optimierungen profitieren. Erst in den nächsten Jahren wird sich zeigen wie weit die Produktionskosten gedrückt werden können. Die Herstellungskosten veganer Produkte sind also nicht pauschal niedrig. Zumindest nicht was Fleisch auf Basis von Erbsenprotein angeht.

Herstellungskosten veganer Produkte - Wie die Industrie Verbraucher abzockt

Sojamilch, ein tolles Geschäft für die Hersteller.

 

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Milchersatz Kosten – Die Abzocke

Sojamilch selbst machen ist keine große Sache. Man braucht nur einen Sojamilchbereiter. (Anzeige)

Beim Milchersatz wird schnell klar, dass der Spruch “Die Industrie will die Verbraucher abzocken.” auch ihren wahren Kern hat. Vergleicht man Sojamilch mit normaler tierischer Kuhmilch fällt folgendes auf:

  • Sojamilch ist oft rund doppelt so teuer wie Kuhmilch und das obwohl Soja eines der billigsten Nahrungsmittel überhaupt ist.

Die Herstellung von Sojamilch ist relativ einfach und kann sogar von jedem Privathaushalt mit entsprechenden durchgeführt werden. Was man braucht sind lediglich Sojabohnen (ca. 3 € der Kilo). In einen Liter Sojamilch sind 60 bis 100 Gramm enthalten. Die reinen Rohstoffkosten belaufen sich also auf ca. magere 30 Cent je Liter. Setzt man auf Bio-Sojabohnen ca. 40 Cent. Schlägt man dann noch eine Gewinnmarge(wie oben) 33 % und Mehrwertsteuer von 19 % an, dürfte der Ladenpreis maximal bei etwa 71 Cent liegen. 

In der Praxis liegt der Preis aber meist zwischen 1,30 und 2,50 €. Hier wird also deutlich stärker zugelangt und Gebrauch vom “Mut” zum veganen Lebensstil ausgenutzt. Etwas faden Beigeschmack hinterlässt, dass Sojamilch mit 19 und Kuhmilch mit nur 7 % versteuert wird, da Kuhmilch zu den Grundnahrungsmitteln zählt.

Die Herstellungskosten veganer Produkte und den einberechneten Gewinnmargen wird also zusätzlich noch ein höherer Steuersatz auferlegt. Ein etwas eigenartige Aufstellung, wenn man bedenkt, dass der deutsche Staat eigentlich die Umwelt fördern bzw. schonen will…

 

Herstellungskosten veganer Produkte – Probleme

Warum die Preise für vegane Alternativen zum Teil wirklich derartig hoch sind liegt hauptsächlich an drei Dingen:

  1. Es fehlt die Masse an Käufer, was größere Produktionskapazitäten unwirtschaftlich macht.
  2. Marketing nutzt den “Drang” zum gesunden Lebensstil.
  3. Höhere Steuerbelastung.

Ersteres führt leider zum zweiten Punkt. Das wiederum führt dazu, dass unnötig auffälliges Marketing für die veganen Produkte gemacht wird, was sich schlussendlich auch im Pries niederschlägt. Vegane Produkte müssen schlussendlich zu Produkten für die Masse werden, damit sie rentabler werden. Der Dritte Punkt, muss dringend seitens des Staates geändert werden. Egal ob grün oder nicht, dass tierische Produkte unterstützend billiger sind als pflanzliche, kann wohl kein gesunder Menschenverstand begründen und vertreten.

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