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Nachdem sich Russland mit den arabischen Emirate nicht auf einen Rückgang der Fördermenge einigen konnte, gab es einen regelrechten Ölpreis Crash wo der Preis je Barrel kurzzeitig auf unter 30 USD Dollar fiel. Russland lehnte die Vereinbarungen ab und sagte im gleichen Atemzug, dass man längere Zeit mit einem geringeren Ölpreis leben könne. Im Gegensatz zu den arabischen Emiraten mag das stimmen, denn sie sind auf einen weitaus höheren Ölpreis als Russland angewiesen. Doch welche Interessen verfolgt Russland mit den scheinbar gezielten Drücken des Ölpreises? Hier vermutet man klare geostrategische Gründe. Welche das sind und wie sich die Ölpreise voraussichtlich trotz des Nachfragerückgangs entwickeln werden in diesem Artikel.

 

Russland und die Emirate

Wenn man bei Russland über Öl spricht, sind die wichtigsten Unternehmen Rosneft bzw. Gazprom, die u. a. die größten Öl/Erdgaskonzerne der Welt sind. Sie können Öl weitaus günstiger fördern als die Konkurrenz aus den arabischen Emirate. Während das Königreich etwa auf mind. 47 Dollar je Barrel angewiesen ist, reichen den Russen laut Schätzungen bereits 40. Sicher ist jedoch, dass bei 30 USD je Fass beide keine Gewinne erwirtschaften können. Die Förderungen sind zu teuer.

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Genau deshalb war Russlands Entscheidung, keine Förderkürzung wegen des Nachfragerückgangs zuzustimmen umso überraschender. So hat man sich in Vergangenheit im OPEC stets einigen können. Der Ölpreis Crash kam deshalb komplett unerwartet. Doch Russland scheint ein klares Ziel zu verfolgen, bei dem man sogar den Preis für den niedrigen Preis zu zahlen bereit ist…

Der Ölpreis Crash und die 100 Prozent Chance bei Ölkonzernen.

Der Ölpreis Crash und die 100 Prozent Chance bei Ölkonzernen.

 

Das mittelfristige Ziel

Die USA hat bekanntlich die Nord Stream 2 mit Sanktionen in letzter Sekunde verhindert. Zumindest aus aktueller Sicht. Die USA sind die Dritten im Bunde, wenn es darum geht Öl zu verkaufen. Die NS2 hat man verhindert, damit man das eigene Flüssiggas an die europäischen Kunden verkaufen kann. Da selbst das aus Fracking gewonne Öl/Erdgas, weitaus teurer in der Produktion ist, als das Russische und Arabische, wäre es nahe liegend, dass Russland nicht die Emirate unter Druck setzen will, sondern hauptsächlich die Anbieter aus den USA.

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Denn die Emirate und Russland werden problemlos einige Zeit mit diesen Preis überstehen, doch die amerikanischen Ölförderer haben in den letzten Jahren die Kapazitäten massiv ausgebaut und sitzen deswegen zum Teil auf großen Schuldenbergen. Bleibt der Preis einige Monate auf diesen Niveau setzt es sie massiv unter Druck. Sie sind meist auf Preise weit über den 50 Dollar je Barrel angewiesen um profitabel zu arbeiten. Russland setzt damit direkt die USA in Zugzwang. Man scheint sich für die Sanktionen gegen die NS2 zu revanchieren. Selbst wenn man aktuell einen hohen Preis dafür zahlt, wird Russland diesen Preiskampf mittelfristig gewinnen. Auch die Saudis profitieren indirekt davon. Denn auch sie haben wenig Interesse daran, dass die Amerikaner ihr Erdgas nach Europa verkauft. Jedoch gelten die Emirate weiterhin als Amerika-freundlich, weshalb sie nie offen gegen die amerikanischen Unternehmen den Kampf ansagen würden.

Es entsteht ein Preiskampf zwischen größten Fördernationen. Umso länger der Ölpreis derartig niedrig bleibt, desto stärker werden zu erst die Unternehmen aus den USA, anschließend die Emirate und schlussendlich Russland verlieren. Doch Russland wird aufgrund der niedrigsten Förderpreise den Preiskampf gewinnen.

 

Weitere Ölpreis Entwicklung

Neben der nicht vorhandenen Förderbegrenzung wirkt auch der Nachfragerückgang negativ auf die Preise ein. Doch bereits in kurzer Zeit wird die Nachfrage bereits wieder steigen. Den China, der größte Abnehmer, ist bereits wieder dabei alle Produktionen hochzufahren. Die Nachfrage ist also bereits dabei wieder anzusteigen. Doch der Tourismus ist weiterhin eingeschränkt und es scheint, dass es sich noch einige Wochen hinziehen wird bis sich die Lage normalisiert. Doch mittelfristig ist es klar: kein Unternehmen und kein Land wird langfristig Öl unter den eigenen Kosten verkaufen. Dieser Vorgang ist lediglich kurzfristig möglich und wird die Cashbestände abschmelzen lassen. Vor allem für die teuersten Förderungen, der amerikanischen Fracking-Konzerne, wird es bald schwierig werden.

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Doch auf längerer Sicht kann man sich deshalb nahezu sicher sein: Der Ölpreis wird nicht auf diesen Niveau bleiben. Für Produktionen und Fortbewegungsmittel ist Öl in nächster Zeit nicht zu ersetzen. Desweiteren steigt der Verbrauch in Entwicklungsländern, die den Aufschwung noch vor sich haben, deutlich an.

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