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  • Die Pandemie sorgt für eine ausbleibende Nachfrage von Öl und entspricht ist die Ölpreis Entwicklung ungewöhnlich schwach.
  • Es besteht am Markt ein massiver Angebotsüberhang.
  • Die “Ölstaaten” fördern höhere Mengen an Öl, wie selten zuvor und setzen den Ölpreis so zusätzlich unter Druck.
  • Der Ölpreis fiel auf ein Niveau, welches man seit 2004 nicht mehr gesehen hat. Der Verbraucherpreisindex lag damals jedoch nur bei 84,9 %, im Jahre 2020 bei rund 106 %.
  • Berichte beschwören bereits einen negativen Ölpreis.

 

Ölkonzerne unter Druck

Unter den niedrigen Ölpreis leiden alle Öl und Gaskonzerne. Der britische Energieriese Shell fährt aktuell noch die Strategie Öl in riesigen Tankern zu lagern und zu einen späteren Zeitpunkt für einen höheren Preis zu verkaufen. Die Saudis wollen die niedrigen Preise mit höherer Menge wett machen, doch das die Unternehmen bei dem Preis nicht profitabel arbeiten können ist völlig klar. Selbst Russland, die mit Abstand auf den niedrigsten Ölpreis angewiesen sind, machen auf aktuellen Niveau Miese. Am stärksten trifft es allerdings die amerikanische Fracking-Industrie. Bereits Anfang März stellte Whiting Petroleum einen Insolvenzantrag. Doch das war erst der Anfang es folgten weitere Anträge und den Sargnagel bildete das Misstrauen der amerikanischen Banken in die Ölindustrie. Diese vergeben immer weniger Kredite an die Fracking-Betreiber. Da viele davon nahe der Profitabilität und aktuell starke Verluste ausweisen, kam bzw. kommt der Kollaps. Die Fracking-Betreiber wird es zu einem großen Teil, nach der Krise zu einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit nicht mehr geben. Das Angebot sollte sich daher mittelfristig bei Gesamtbetrachtung reduzieren.

Unternehmen wie Shell bunkern Öl auf Tankern in der Hoffnung auf einen höheren Ölpreis.

Unternehmen wie Shell bunkern Öl auf Tankern in der Hoffnung auf einen höheren Ölpreis.

Negativer Ölpreis realistisch?

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Einige Analysten sprechen bereits davon, dass sich die Ölpreis Entwicklung weiterhin negativ fortsetzen kann, sogar bis er ins negative geht. Die Erklärung dafür scheint klar, die Lagerkosten sind zum Teil sehr hoch. Damit die Unternehmen diese reduzieren können müssen sie ihren Rohstoff abstoßen, zur Not auch dafür bezahlen. Derartige Tanker, wie sie Shell zur Lagerung nutzt, werden aktuell gerne von den großen Ölmuttis gemietet. Doch das Problem sind die Kosten. Sie betragen für die wirklich großen Tanker über 120.000 USD pro Tag.

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Doch wann würde diese Situation eintreffen? Kurz gesagt, scheint diese Szenario bereits ab Juni 2020 unrealistisch zu sein. Dazu kurz die größten Ölabnehmer: (Quelle: Wikipedia)

  • USA mit ca. 21 % des Weltfördervolumens.
  • China mit ca. 13 % des Weltfördervolumens.
  • Indien mit ca. 5 % des Weltfördervolumens.

Die Wirtschaft in China läuft bereits wieder langsam aber sicher an. Man gilt bereits als großer Nutznießer der niedrigen Ölpreise. Aktuell wird man wohl der größte Ölabnehmer sein, während die anderen Staaten noch schwächeln. Doch hinsichtlich des größten Verbrauchers, der USA und den drittgrößten Verbrauchers Indien scheint sich der Himmel ebenso zu lichten. Die USA geben die Bundesstaaten selbst die Verantwortung in die Hand, so dass einige wohl das normale Wirtschaftsleben, auch auf Druck der Bevölkerung, normal am laufen halten werden. Der Verbrauch scheint also gesichert. Die Lage in Indien ist zeitlich mit der in Deutschland zu vergleichen. Auch in Indien soll ab Mai die Wirtschaft langsam wieder aufgetaut werden, nachdem der Shutdown bis Mai verlängert wurde.

 

Ölpreis Entwicklung – kurz und mittelfristig

Kurzfristig gibt es wohl wenige Aussichten auf eine rasante Besserung. Es dauert noch einige Wochen bis der Verbrauch bzw. die Nachfrage der Länder wie der auf ursprünglichen Niveau sein wird. Der Luftverkehr wird noch ein paar Monate schwach sein. Der Angebotsüberhang wird uns also noch Monate begleiten. Die Sorte Brent voraussichtlich in der Rage von 20 bis 35 USD schwanken. Darunter ist unwahrscheinlich, wenn auch nicht unmöglich. Die Nachfrage hat offensichtlich bereits das Tief erreicht und China ist bereits wieder ein zuverlässiger Abnehmer. Das Angebot verbleibt dagegen auf anhaltend hohen Niveau und wird langsam aber sicher von den insolvent-gehenden Fracking Konzernen reduziert.

Mittelfristig in über sechs Monaten scheint die Lage bereits wieder deutlich positiver zu sein. Einerseits dürfte das Wirtschaftsleben in nahezu der ganzen Welt wieder anlaufen und auch der Winter in Europa einbrechen, was der Nachfrage immer einen Rückenwind gibt. Desweiteren wird es deutlich weniger Mitbewerber, vor allem in den USA, geben.

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Wie sollten Anleger reagieren?

Der niedrige Ölpreis schadet aktuell allen Konzernen, die in diesem Segment aktiv sind. Profiteure sind die aktuellen Verbraucher und die Konzerne die die Krise überstehen werden und möglicherweise genug Öl gelagert haben um es für ordentliche Preise zu verkaufen. Doch wann der Zeitpunkt genau ist, hängt stark an den Wiederanlauf der Wirtschaft. Die Nachfragebelebung sollte spätestens im Winter 2020 eintreffen. Die Ölpreis Entwicklung wird weiterhin spannend bleiben und Konzerne in Mitleidenschaft ziehen, was es schwierig macht in diesem Gebiet eine geeignete Aktienauswahl zu treffen. Es sollte nur auf kapitalstarke Unternehmen gesetzt werden, die hohe Liquiditätsmittel haben. Eine bessere Alternative wäre das Investment in einen Öl-ETC. Folgender ETC wäre eine Möglichkeit um den Ölpreis abzubilden:

db Brent Crude Oil Booster Euro Hedged ETC mit einem Fondsvolumen von rund 100 Millionen Euro und einer Gesamtkostenquote von 0,45 %. WKN: A1AQGX

Allerdings sollte der ETC nicht über Jahre gehalten werden, so werden immer auch interne Kosten fällig, die sich langfristig negativ auswirken. Für eine mittelfristige Spekulation auf die Ölpreis Entwicklung ist der ETC aber wohl eines der besten Instrumente und vor allem auch kostengünstiges. Der oben genannte Öl ETC ist hinsichtlich von Kosten und Fondsvolumen ein guter Kompromiss. Die meisten Öl ETC weisen Kosten von über 1 % aus.

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