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  • Carnival Aktie brach im Zuge der Krise um über 70 Prozent ein.
  • Operatives Geschäft liegt vollkommen auf Eis.
  • Ab August will man Kreuzfahrten wieder ermöglichen.
  • Das eigentlich wachsende Geschäft wird zunehmend hinterfragt. Auch aus Klimaaspekten.
  • Der saudische Staatsfonds PIF beteiligt sich mit knapp über 8 Prozent an Carnival.
  • Behörden wollen vom Konzern mehr Bürokratie, damit Ausbrüche besser nachverfolgt und Fehlverhalten besser dokumentiert werden kann.
  • Liquidität und damit das Überleben scheint gesichert.

 

Schiff gestrandet…

Der Kreuzfahrtkonzern Carnival zu dem auch die deutsche AIDA gehört, wurde im Zuge der Pandemie mit am größten abgestraft. Negative Meldungen von Ausbrüchen auf den Schiffen schockierten Anleger und ließen die Carnival Aktie um gut 70 Prozent einbrechen. Damit bildete man ein Allzeittief. Doch warum kaufte sich der arabische Staatsfonds PIF im Zuge der Krise mit über 8 % ein? Scheinbar muss der Konzern einen Wert bieten, den die Saudis sehen, aber die Börse unterschlägt. Trotz der möglichen Carnival Pleite die von einigen bereits gezeichnet wird, gibt sich der Konzern relativ optimistisch ab August langsam wieder auf normales Niveau zu gelangen. 2019 hat man immerhin einen Gewinn von 3 Milliarden Dollar ausweisen können. Wie pessimistisch die Carnival Aktie aktuell bewertet ist, wird damit deutlich. Denn die Aktie ist aktuell nur mit rund 7 Milliarden bewertet.

 

AIDA gehört zu Carnival. Die Schiffe sind aktuell allesamt still gelegt...

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AIDA gehört zu Carnival. Die Schiffe sind aktuell allesamt still gelegt…

 

Carnival Bewertung

Geht man rein vom angesetzten Wert der Kreuzfahrtschiffe und Ausstattung, sowie liquiden Mitteln aus, ergibt sich bereits ein Buchwert von über 30 Euro je Aktie. Doch der Wert ist aktuell deutlich niedriger. Denn würde es gezwungener Maßen zu Veräußerungen kommen, würde man niemals die angesetzten Summen erhalten. Die Schiffe sind quasi aktuell nahezu wertlos. Auch die liquiden Mittel werden aktuell aufgefressen.

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Laut einer Aussage des CEOs werden aktuell rund 900 Millionen Dollar pro Monat verbrannt. Um über die Runden zu kommen platzierte man eine 4 Milliarden Dollar Anleihe, führte eine Kapitalerhöhung von 1,5 Milliarden durch und hat noch dazu convertible Bonds von über 1,5 Milliarden Dollar. Macht in etwa liquide Mittel von 7 Milliarden Dollar.

So ist es eine einfache Rechnung, dass nun in etwa 7-8 Monaten das Geld knapp wird. Bei Carnival agierte man extrem schnell, weil es absehbar war, dass die Schiffe zunächst monatelang unprofitabel an Häfen stehen werden. Vorallem fallen die mit wichtigsten Sommermonate für das Geschäft weg. Kein Wunder, dass man bereits im August wieder erste Fahrten anbieten will. Doch selbst falls das so eintritt wird es dauern bis man wieder profitabel arbeiten kann.

Carnival Aktie – Einschätzung des Verfassers:

    

 

Alte Kurse adé

Durch die Kapitalerhöhung und die platzierte Anleihe werden die alten “Vorkrisenkurse” wohl erst einmal für lange Zeit Geschichte sein. Zumindest hat man schnell für ordentliche Liquidität gesorgt. Allerdings kann Carnival im Gegensatz zu Konzernen wie TUI, die zwar ebenfalls stark betroffen sind, die Kosten lange nicht derartig reduzieren. Das mag auch am Unternehmens-Steuerspa-sitz in Panama liegen. Staatshilfen scheinen deshalb etwas unwahrscheinlich zu sein. Was im Normalfall gut für den Gewinn von Carnival ist, könnte sich jetzt negativ zurückzahlen. Die Carnival Aktie ist aktuell eine spekulative Wette auf ein wieder schnell anlaufendes Kreuzfahrtgeschäft. Tritt das nämlich nicht ein oder kommt eine starke zweite Welle wird es zu einer Carnival Pleite kommen. Doch die nun stark erhöhte Schuldenbelastung und erhöhte Aktienanzahl lässt einen faden Beigeschmack. Hoffnung birgt allerdings die Beteiligung von PIF.

 

Der Verfasser hält keine genannte Anlageprodukte.

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