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Der Wirecard Krimi geht in die nächste Runde. Der Konzern steht seit Wochen in den Schlagzeilen, zuerst wegen Verzögerungen beim Veröffentlichen von Quartalsberichten und nun, dass man 1,9 Milliarden Euro nicht mehr auffindet. Dieser Umstand in Kombination mit den immer noch nicht veröffentlichten Berichten und dahingehenden Befähigung der Banken die Krediten aufzukündigen könnte Wirecard die Existenz kosten. Die aktuelle Lage ist unübersichtlich und kompliziert. Was sicher ist, dass sich der (noch) DAX-Konzern mit etlichen Klagen auseinandersetzen muss. Alles in allem wäre sogar eine Wirecard Pleite in Sichtweite sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten.

 

Wo sind die 1,9 Milliarden?

Nach dem Rücktritt von Vorstandschef Braun, hat der Vorstand verlautbaren lassen, dass die 1,9 Milliarden Euro “wahrscheinlich” nicht existieren. Die Wirecard Aktie sackte weiter ein. Mittlerweile ist der Konzern unter 3 Milliarden Euro wert. Die Staatsanwaltschaft München behauptete bereits, dass man alle in Betracht kommenden Straftaten prüfen wolle. Die Lage ist prekär.

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Eine Wirecard Pleite rückt in greifbare Nähe, nicht nur weil Klagen anstehen, nein, sondern weil auch die Ratingagenturen wie Moodys, Wirecards Bonitätsnote völlig entzogen. So wird es für den Konzern schwierig werden sich zu finanzieren.

Wirecards Situation ist prekär und es bleibt ein völlig ungewisser Ausgang.

Wirecards Situation ist prekär und es bleibt ein völlig ungewisser Ausgang.

 

Treuhand oder Betrug?

Braun stellte Wirecard weiterhin in die Opferrolle. Langsam wird allerdings klar, dass mit den Treuhandkonten etwas nicht stimmt. Was es mit den Konten wirklich auf sich hat muss schleunigst aufgeklärt werden. Wirecards Zeit geht mit den aktuell kaum möglichen Refinanzierungmöglichkeiten zu Ende. Ein Drama, was für einen der wichtigsten deutschen Fintechkonzerne in der Insolvenz enden kann. Aktuell scheint jedoch sicher, dass mit dem 3. September Wirecard aus dem DAX fliegen wird. Doch viel wichtiger ist, in welcher Form der Konzern zu diesem Zeitpunkt noch existiert…

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Bereits seit 2008 gibt es Gerüchte und Vorwürfe Wirecard würde die Bilanz schönen. Die Gewinnmargen waren stets deutlich höher als die der Konkurrenz und eigenartige Übernahmen, wie ein indisches Unternehmen für 300 Millionen Dollar welches kurz zuvor noch für 30 Millionen verkauft wurde, riefen Kritiker auf den Plan. Allen voran die FT, welche man seitens Wirecard verklagte. Doch mittlerweile weist alles darauf hin, dass die Vorwürfe ihre Richtigkeit hatten. Ein Fiasko sondergleichen, für die deutsche Tech-Hoffnung. Und die Sache wird noch komplizierter, denn der ehemalige CEO Braun musste laut neuesten Meldungen Margin Calls in dreistelliger Millionenhöhe bedienen. So verkaufte Braun Unmengen seiner eigenen Anteile, die er zuvor jedoch anscheinend auf Kredite erworben hat. Dass ein CEO, der genau wissen sollte was im Unternehmen vor sich geht auch noch von dem Konzern Aktien auf Kredit kauft, im Wissen dass man in einem Betrugsfall verwickelt ist, ergibt absolut keinen Sinn. Es scheint als wüsste niemand so wirklich was aktuell im Unternehmen vor sich geht, nicht einmal der ehemalige Vorstand…

 

Wirecard Pleite wahrscheinlich?

Die Presse mal bereits ein schwarzes Bild auf: Eine Wirecard Pleite rückt in unmittelbare Nähe, heißt es. Die Aktionäre haben das Vertrauen verloren und viele haben ihr Kapital bereits mental abgeschrieben. Einen Rat in der aktuellen Lage sucht man vergeblich. Es ist eine schlicht nicht greifbare Situation mit allen möglichen Ausgängen. Ein Hoffnungsschimmer ist allerdings, dass der Konzern einigen Banken zusammen über zwei Milliarden Euro schuldet. So ist es sehr unwahrscheinlich, dass man das Unternehmen fallen lässt, schlicht und einfach dadurch weil die Banken Eigeninteresse daran haben, dass Wirecard durch die Krise kommt.

Wir hoffen allerdings, dass es einer der spannendsten Tech-Konzerne Deutschlands auch durch diese Krise schaffen wird. Genauere Einschätzungen oder fundierte Vermutungen dazu sind allerdings fehl am Platz. Dazu fehlen greifbare Fakten…

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