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Der Performance DAX hat nun die 13.000 Punkte Marke wieder einmal geknackt. Trotz aller Bedenken, dass die Wirtschaft in eine Krise sondergleichen rutschen wird, sieht man davon an der DAX Performance herzlich wenig. Deswegen stellt sich zwangsläufig die Frage, ob nicht etwas viel Optimismus in den Aktien eingepreist wird. Immerhin wird sich die Krise signifikant auf die Geschäftszahlen vom Q2 und auch von Q3 einiger DAX-Konzerne auswirken. Davon scheinen die Anleger aktuell nichts wissen zu wollen. Doch von welchen Konzernen wird die Performance nun getragen und wie wahrscheinlich ist es, dass die gute Entwicklung trotz aller bilanziellen Rückschläge anhält? DAX long oder DAX short? Diesen Fragen zum DAX 2020 werden wir im Folgenden auf den Grund gehen. Dazu ist es notwendig die Entwicklung der 30 Unternehmen im DAX genauer unter die Lupe zu nehmen und in die Stärkeren und Schwächeren zu unterteilen.

 

Die Performance-Unternehmen

Im DAX sind bekanntlich 30 Unternehmen vorhanden. Einige davon wurden im Zuge der Krise stark abgestraft und stiegen aber anschließend auf altes Niveau oder zu neuen Höhen auf. Dazu gehören:

  • Deutsche Börse – Höherer Aktienhandel beflügelte den Kurs.
  • Deutsche Post – Enorm hohe Anzahl von Online-Bestellungen stützen das Geschäft.
  • Deutsche Wohnen – Krisenstabiles Geschäft.
  • Fresenius Medical Care – Krisenbedingte Nachfrage nach Produkten.
  • Infineon – Stabiler Geschäftsverlauf und positive Aussichten.
  • RWE – Krisenstabiler Geschäftsverlauf.
  • SAP – Förderung des Geschäfts aufgrund der Krise.
  • Siemens – Gute Geschäftsentwicklung trotz Krise.
  • Vonovia – Unanfälliges Geschäft.

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Diese Konzerne sind, wenn man sich die Kursentwicklung ansieht, ausgesprochen gut durch die Krise gekommen. Erstaunlich ist wie gut der Immobiliensektor innerhalb des DAX abschnitt. Dazu ist zu ergänzen, dass die meisten Aktien im DAX bereits wieder nahe dem Vorkrisenniveau notieren. Die oben genannten sind dabei nur Beispiele. Der DAX wird also von der überwiegenden Anzahl von Konzernen wieder auf Vorkrisenniveau gehoben. Doch diese müssen andere Aktien ausgleichen, die weiterhin schwächeln:

Im DAX 2020 befinden sich viele Unternehmen mit krisenstabilen Geschäftsmodellen.

Im DAX 2020 befinden sich viele Unternehmen mit krisenstabilen Geschäftsmodellen.

 

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Die Low-Performer

Während die meisten Aktien der Unternehmen im DAX 2020 ihre Schwäche durch die Krise bereits wieder ausgleichen konnten, gibt es andere, die weiterhin schwach performen:

  • Adidas – Einbruch des Geschäfts aufgrund Einzelhandelsschließungen in der Krise.
  • BASF – Stark konjunkturabhängig und schwache Geschäftszahlen erwartet.
  • BMW – Geringe PKW-Nachfrage.
  • Daimler – Geringe PKW-Nachfrage.
  • HeidelbergCement – Bedenken bei der weiteren Geschäftsentwicklung.
  • MTU Aero Engines – Eingebrochene Nachfrage nach Triebwerken.
  • Volkswagen – Geringe PKW-Nachfrage.
  • Wirecard – Krisenunabhängiger Betrugsfall.

Die High-Performer haben sogar Wirecard auszugleichen, bei dem der Kurs um nahe 98 % sank. Auch die Automobilhersteller, sowie MTU schwächeln weiterhin deutlich. Diese Konzerne zeigen ein durchwachsenes Bild auf. Der überwiegende Teil ist stark konjunkturabhängig und die dahingehenden Aussichten sind weiterhin etwas eingetrübt. Umso mehr überrascht wie stark die restlichen Unternehmen im DAX aktuell performen.

 

DAX 2020 ein eigenartiges Bild

Einerseits bewegt sich der DAX nahe dem Vorkrisenniveau, andererseits notieren die Konzerne weiterhin schwach, die als Konjunkturtreiber und Indikatoren in Deutschland gelten. Im April/Mai/Juni befand sich Deutschland bereits auf Rezessionsniveau. Kein Wunder also, dass der gehebelte DAX Short ETF mit der WKN DBX0BY einen starken Zuspruch erfährt, auch wenn sich die Stimmung aufhellt. Denn die zum Teil voraussichtlich grottenschlechten Geschäftsergebnisse für diese Monate werden erst nach und nach vorgestellt, was einige Anleger einen kleinen Realitätsschock verpassen sollte.  

 

Ein Konjunkturpaket nach dem anderen

Das ifo-Geschäftsklima hellt sich auf und vieles weist auf einen V-förmigen Konjunkturverlauf hin. Die umfangreichen Konjunkturpakete der EU und des Bundes tragen dazu bei. Doch reicht das? Der DAX bewegt sich bereits auf Vorkrisenniveau. Es wird mit zunehmender Steigerung also mehr Optimismus eingepreist als noch vor der Krise. Das dürfte selbst bei den DAX Long Befürwortern eine gewisse Unsicherheit auslösen.

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Viele schweigen die Wirtschaftskrise bereits weg, doch sie ist noch lange nicht vorbei. Im Herbst erwartet uns aller Voraussicht nach eine Pleitewelle durch die aufgeschobene Insolvenz-Anmeldepflicht. Das dürfte sich auf alle ansässigen Konzerne auswirken, vor allem auf die, die auf finanzschwächere deutsche Zulieferer angewiesen sind.

 

DAX Short oder Long?

Es bleibt eine schwierige Frage. Der Optimismus scheint zu groß. Es sieht alles danach aus, als würde der Markt ein positives Szenario abbilden. Tritt alles ein wie es die positiven Szenarien vorgeben und damit auch keine zweite Welle der Pandemie, wird der DAX 2020 wohl kurzfristig neue Höhen erklimmen und das trotz eines Pleitekandidaten. Tritt allerdings ein negativeres Szenario ein, wie es der Frühindikator BASF, andeutet, wird die Luft auf den aktuellen Niveau sehr dünn…

 

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