Anzeige

Das groß angekündigte Konjunkturpaket trat zum 1. Juli in Kraft. Seit dem liegt die Mehrwertsteuer bei nur noch 16 bzw. beim ermäßigten Steuersatz bei 5 %. Die Mehrwertsteuersenkung soll durch niedrigere Preise die Kauflaune ankurbeln und so die Wirtschaft stützen. Doch ob die Senkung tatsächlich an die Verbraucher weitergegeben wird stand lange zur Diskussion. Nun nachdem es soweit ist, kann eine Schlussfolgerung gezogen werden. Diese ist allerdings alles andere als pauschal zu treffen. Die Lage ist nicht über einen Kamm zu scheren.

 

Wo gibt es angepasste Preise?

Die großen Einzelhandelskonzerne wie Lidl, Edeka, usw. bewerben in ihren Prospekten groß die Senkungen und warten mit sehr eigenartigen Preisen auf. Im Einzelhandel wird die Mehrwertsteuersenkung bei den meisten Handelsketten sichtlich weitergegeben. So ist es sehr einfach an den “unschönen” Preisen wie 0,97 € für Joghurt oder 1,93 € für Fischstäbchen zu erkennen. Anders sieht es dagegen bei etwas teureren Produkten, wie Markenprodukten oder Spirituosen, aus. Hier scheint man sich nicht von den x,99 € trennen zu wollen.

Anzeige

Auch die großen Techies werben groß damit, dass ihre Geräte nun günstiger sind. Sowohl Amazon, Alphabet als auch Apple haben ihre Gerätepreise nach unten angepasst. Hier können Verbraucher tatsächlich etwas sparen.

Preise werden zum Teil angepasst, zum Teil aber auch nicht...

Preise werden zum Teil angepasst, zum anderen Teil aber auch nicht…

 

Mehr Schein als sein?

In der Gastronomie ist kaum ein preislicher Unterschied zu erkennen. Das wird begründet mit den höheren Aufwand für Masken oder Desinfektionmittel und ist völlig verständlich.

Nicht so verständlich ist das bei Elektronikgroßgeräten, wie Waschmaschinen oder Fernseher, wo kein ersichtlicher Unterschied wahrnehmbar ist, wenn man sich die Preistrend in Vergleichsportalen ansieht. Auf Amazon wurden zwar die Preise der eigenen Geräte angepasst, Dritthändler, die mittlerweile den größten Teil der Plattform ausmachen, scheinen sich aber wenig daran zu orientieren.

Weiterlesen  Insiderkäufe in der Krise - März / April 2020

Bei Automobilen ist die Sache ebenfalls nicht ganz eindeutig. Zwar sind die Preise nun gesunken, doch haben viele der Autobauer sie in den vergangenen Monaten bereits angehoben. Hier trifft die Vermutung, die wir im letzten Artikel geäußert hatten zu: Es wird ein Gewinnturbo für Unternehmen.

 

Komplizierte Lage

Insgesamt kann schlichtweg nicht verallgemeinert werden, dass nun die Preise pauschal niedriger sind. Manchmal wird der Preis angepasst, manchmal schieben sich die Unternehmen mehr Geld in die eigene Tasche. Es gilt von Produkt zu Produkt zu recherchieren ob sich aufgrund der Mehrwertsteuersenkung eine Anschaffung mehr als üblich lohnt. Preistrends auf den Vergleichsportalen sind zu empfehlen. Es ist daher eine komplizierte Lage und die Wirkung einer Mehrwertsteuersenkung kann aufgrund der aktuellen Lage kaum richtig beurteilt werden, dafür bräuchte es eine dauerhafte Anpassung. Viele Unternehmen scheinen den bürokratischen Aufwand auf ein Minimum zu reduzieren und die Preisschilder nicht im Sinne des Kunden zu verändern…

 

Disclaimer: Alle Texte stellen keine Anlageberatung oder Empfehlung dar. Alle Informationen dienen allein der privaten Information und der privaten Unterhaltung. Eine Haftung für die Richtigkeit kann nicht übernommen werden. Sollten die Besucher dieser Seite sich die Inhalte zu eigen machen oder Ratschlägen folgen, so handeln sie mit vollem eigenem Risiko. Sollten Ihnen gravierende Fehler oder gezielte Meinungsmache in einen Artikel auffallen, so nutzen Sie bitte unser Kontaktformular und zeigen uns den Umstand an.