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  • Die SAP Aktie hat innerhalb weniger Tage über 20 % an Wert verloren.
  • Man enttäuschte Anleger mit schwächeren mittelfristigen Erwartungen.
  • Eine stärkere Ausrichtung hin zum Cloudunternehmen soll die Gewinnmarge in den Folgejahren schmälern.
  • Die Konkurrenz mit Salesforce scheint bedrohlich.
  • Gründer Hasso Plattner kauft für eine Viertel Milliarde Euro Aktien am deutschen Vorreiter.
  • Die mittelfristigen Zeichen beim operativen Geschäft von SAP stehen eher auf stagnierendes Geschäft, als auf Wachstum.

 

Größter deutscher Konzern schwächelt

SAP galt jahrelang als eine der beliebtesten deutschen Aktien. Der Umsatz stieg stetig an und man verwöhnte die Aktionäre mit einer jährlich erhöhten Dividende. Auch vom Tief im Frühling 2020 konnte man sich zügig erholen und erreichte daraufhin neue Hochs. Doch nun crashte die SAP Aktie. Man enttäuschte mit den mittelfristigen Erwartungen hinsichtlich der Gewinnmarge. Und das Ganze geschieht in einer Zeit, wo die stark wachsende Konkurrenz aus den USA, Salesforce, weiterhin deutlich stärker wächst und SAP auf den Fersen ist.

Beim Marktanteil im CRM-Geschäft hat Salesforce seine Konkurrenten bereits weit hinter sich gelassen. So konnte man im Jahr 2018 bereits 19,5 % besetzen, während SAP “nur” 8,3 % belegt. Doch SAP hat weiterhin eines voraus: SAP kann als Komplettlösung genutzt werden, während bei Salesforce weiterhin viele Funktionen fehlen und viele Unternehmen auf beide Konzerne angewiesen sind.

Cloud ist die Zukunft... Auch bei SAP...

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Cloud ist die Zukunft… Auch bei SAP…

Starres B2B-Geschäft

SAPs Umsätze sind relativ sicher und ein starker plötzlicher Einbruch sehr unwahrscheinlich. Die Verträge sind langfristig mit den Kunden abgeschlossen und ein Umstieg wäre für sie extrem teuer und hinsichtlich der Infrastruktur und Datenverwaltung innerhalb eines Konzerns nur mit viel Aufwand umzusetzen. So hat SAP einen gewissen Burggraben bei bereits existierenden Kunden gegenüber der Konkurrenz. Trotzdem ist es offensichtlich, dass man sich etwas von Salesforce abgucken will: Die Salesforce Clouds sind das Kernprodukt des Unternehmens und treffen auf enormen Zuspruch. Ob im Vertrieb oder im Service, die Module sind sehr beliebt. Deswegen positioniere man die Cloudlösung SAP Hybris, die jedoch weiterhin deutlich weniger genutzt wird.

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Cloud vs lokal

Bei SAP soll der Wandel hin zur Cloud schneller erfolgen. Bisher ist das Hauptgeschäft das On-premise-Geschäft, also vor Ort. Hier liegt die Crux, denn die Cloudlösungen werden immer wichtiger und die lokalen immer unbedeutender. Deswegen scheint der Vorstand nun die Margenziele zurückgenommen zu haben um schneller in das Cloudsegment vorzudringen um nicht noch mehr Marktanteile Salesforce zu überlassen. Es scheint als habe man den Zahn der Zeit erkannt, auf Kosten der Bilanz der nächsten Jahre. Ein Vergleich mit der Automobilindustrie drängt sich auf. Tesla kann schnell und direkt mit Updates aus der Cloud reagieren, ähnlich wie Salesforce, während SAP in ihrem Kerngeschäft einen sehr langen schwerwiegenden Updateprozess durchlaufen muss. Daher scheint es nur sinnvoll auf Kosten der Marge sein Geschäft zu “cloudisieren”. Tatsächlich erinnert die Situation an IBM, welche ebenfalls in einer ähnlichen Lage sind.

 

SAP Aktie – Einschätzung des Verfassers:

    

 

 

Gründer Hasso Plattner & die Bewertung

Ein gutes Gefühl vermittelt der doch sehr große Einkauf von Gründer Hasso Plattner mit über 250 Millionen Euro. Damit zeigt er, dass er immerhin mit steigenden Kursen bei der SAP Aktie rechnet. Diese Ansicht kommt nicht von irgendwoher, denn SAP hat weiterhin einen hervorragenden Cashflow und fährt gute Gewinne ein. Doch die Bewertung ist selbst bei ca. 93 € immer noch relativ hoch für einen Konzern welcher aktuell an Umsatz und Gewinn verliert und die Aussichten alles andere als sicher sind. Der operative Gewinn im Jahr2020 soll so um rund 2 bis 4 Prozent sinken.

Es gilt also zu beobachten ob SAP die Wandlung schafft. Bei weiteren Rücksetzern unterhalb der 85 € Marke scheint man mittelfristig ein gutes Chancen/Risikoverhältnis zu erreichen, da die Erträge des Kerngeschäfts relativ stabil sind.

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Der Verfasser hält keine genannten Anlageprodukte.

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