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  • Der Release von Cyberpunk 2077 des polnischen Entwicklerstudios CD Projekt Red sprengt alle Rekorde.
  • Sehr großer Umsatz für den Konzern 2020.
  • Die CD Projekt Red Aktie stürzte nach den Problemen mit dem Spiel regelrecht ein.
  • Innerhalb weniger Tage reduzierte sich die Marktkapitalisierung um über 1,5 Milliarden Euro.
  • Eine Sammelklage droht, sowie zusätzliche Kosten für die Fehlerbehebung und Imagewiederherstellung gelten als sicher.
  • 2021 scheint für den Konzern unerwartet schwierig zu werden.

 

“Der Release muss sein”…

das dachte sich wohl da Management beim Release von Cyberpunk 2077 im Dezember 2020. Der Moment schien gut, die aktive Spieleranzahl ist durch die ausgedehnten Ausgangsbeschränkungen in etlichen Ländern so hoch wie nie und das Weihnachtsgeschäft treibt den Umsatz zusätzlich voran. Aus wirtschaftlichen Aspekten konnte man diese Gelegenheit nicht liegen lassen. Doch kurz darauf zeigte sich, was schief gelaufen ist:

Während die meisten Spieler am heimischen PC relativ zufrieden sind, wird auf den Konsolen der letzten Generation von Abstürzen und Fehlern berichtet. Sogar in einem Maße, dass sich Sony gezwungen fühlte, das Spiel aus ihrem digitalen Store zu entfernen. Hier ist derweil eine wichtige Einnahmequelle versiegt, die CD Projekt Red Aktie stürzte ein…

Cyberpunk 2077... Ein Erfolg mit einer Kehrseite.

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Cyberpunk 2077… Ein Erfolg mit einer Kehrseite.

 

Bekannte Probleme

Die Probleme waren derart umfangreich, dass es man es im Konzern gewusst haben musste, was passieren wird. Doch der Zeitpunkt war scheinbar zu gut, um den Rückenwind zu ignorieren. Im Rückblick war es auch richtig… Zumindest teilweise. Die Fakten:

  • Mehr als 13 Millionen Exemplare wurden vom Spiel verkauft. (2 Millionen, die zurückgegeben wurden bereits abgezogen)
  • Mehr als 780 Millionen Dollar an Umsatz.
  • Räumte Top-Bewertungen von Magazinen ein.
  • Microsoft/Sony haben einen Service zur Rückerstattung eingerichtet.
  • Innerhalb weniger Tage verlor die Aktie über 30 % an Wert.
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Der erfolgreiche Release hatte also seinen Preis. Rückerstattungen und vor allem ein großer Imageschaden sind die Folgen. Wie hoch die Rückerstattungsquoten allerdings sind, ist nicht bekannt. Nach einem ersten größeren Schwung sollten diese sich trotz aller Meldungen in Grenzen halten. Immerhin kommt das Spiel bei der PC-Community sehr gut an. Das zeigen die weiterhin sehr hohen aktiven Spieler, die sich selbst Tage nach dem Release auf über 250.000 allein bei der Plattform Steam belaufen. Die ebenso hauseigene GoG Plattform sollte ebenfalls ordentliche Zahlen aufweisen. Was das im Klartext heißt: Das Spiel ist ein großer Erfolg, aber auf den älteren Konsolen aufgrund den Fehlern noch nicht. Das Glück für den polnischen Entwickler ist, dass die neuen Konsolen bereits in den Startlöchern stehen und nach und nach verfügbar sein werden. Für CD Projekt Red sind aktuell drei Punkte wichtig:

  1. Cyberpunk 2077 auf den älteren Konsolen schnellstens besser spielbar machen um Rückgaben einzugrenzen und die Zielgruppe noch mitzunehmen.
  2. Das Image aufbessern, in Form von z. B. kostenlosen Zusatzcontent für frühe Käufer.
  3. Die Aktionäre beruhigen und einen genauen Fahrplan vorstellen.

 

Wie groß ist der Schaden?

PC-Spieler gehören noch zur glücklicheren Kundengruppe.

PC-Spieler gehören noch zur glücklicheren Kundengruppe.

Die CD Projekt Red Aktie hat über 1,5 Milliarden Euro an wert verloren. Doch ob der Schaden tatsächlich so groß war, ist fraglich. Man hat sicherlich viel Vertrauen verspielt und ist gezwungen in das vergangene Werk nochmal ordentlich zu investieren. Was aber gelungen ist: Eine neue Spielwelt zu erschaffen, die packend ist und erweitert werden kann. Es ergibt sich dadurch die Möglichkeit neue Erweiterungen und Spiele auf dieses Szenario aufzubauen. Genauso wie man es bereits in der Witcher-Welt getan hat.

Was allerdings völlig unbekannt bleibt, ob eine Sammelklage von Investoren Erfolg haben und wie viel Kapital diese potentiell Kosten wird. Denn der Kurseinbruch übersteigt den der aktuellen Einnahmen deutlich. Es wäre also ein gewisses Ausnehmen des eigenen Unternehmens, was eigentlich in niemanden Interesse sein sollte. Trotzdem bleiben diese Klagen nun eine Weile eine große Unbekannte.

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CD Projekt Red Aktie – Einschätzung des Verfassers:

    

 

Optimistische Bewertung adé?

Die CD Projekt Red Aktie war seit Jahren relativ optimistisch bewertet. Alle 5-6 Jahre schafft es der Konzern allerdings ein Spiel auf den Markt zu bringen, welches diese hohe Bewertung rechtfertigt. So hätte es auch dieses Mal sein sollen. Nach dem Witcher 3 2015 sollte nun Cyberpunk folgen, welches allerdings nun deutlich mehr Kosten verursacht als bisher angenommen. Deshalb scheint der Einsturz in gewisser Weise nachzuvollziehen.

Um die Bewertung des Konzerns mit der Peer Group zu vergleichen kann man die sehr unregelmäßigen Einnahmen zum jeweiligen Jahresendkurs das KGV errechnen. So kommt man auf ein KGV in den letzten 5 Jahren auf etwa 70. Bei der Konkurrenz sieht es mit diesem Verfahren folgendermaßen aus:

  • Activison Blizzard 57.
  • Ubisoft 46.
  • Electronic Arts 27

Insgesamt war CD Projekt Red immer etwas höher als seine Peer Group bewertet. Auf die Erwartungen die nun nicht erfüllt wurden, folgt nun der Absturz.

 

Mittelfristig wieder alles gut?

Einerseits wurde die Aktie des polnischen Entwicklers durch den neuerlichen Absturz nun deutlich attraktiver und die Bewertung gleicht sich der Peer Group an. Mittlerweile könnte sie sogar etwas unter der von Activision Blizzard liegen. Gegen einen Verkauf spricht weiterhin, dass man nicht weiß was aus den Sammelklagen wird und wie hoch die Rückgabequoten wirklich sind. Dem gegenüber steht die Verfügbarkeit der neuen Konsolen und dahingehend eine neue Ankurbelung der Verkaufszahlen. Nachdem die Lage über die Sammelklage durchsichtiger wird, könnte die CD Projekt Red Aktie auf aktuellen Niveau um 57 Euro durchaus einen Kauf sein, auch wenn kurzfristig starke Volatilität zu erwarten ist.

 

Der Verfasser hält keine genannten Anlageprodukte.

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