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  • Der Online-Händler BIKE24 geht an die Börse.
  • Die BIKE24 Aktie startete schwach und verlor am ersten Börsentag bereits leicht an Wert.
  • Das Geld will man für Expansionen in weitere europäische Länder verwenden.
  • Man will die führende E-Commerce Plattform rund um Fahrradausstattung werden.
  • Finanzinvestor Bridgestone baute die Position auf von 80 auf 35 Prozent ab, Rocket Internet stockte auf ca. 12 Prozent auf.
  • Die Gründer halten rund 16 Prozent.

 

Mehr Rückenwind geht nicht

BIKE24 konnte im Krisenjahr 2020 gleich von zwei Megatrends profitieren: Einerseits vom Trend hin zum Onlinehandel, da in den meisten europäischen Ländern der lokale Fachhandel zeitweise schließen musste, andererseits vom Fahrrad bzw. E-Bike-Hype. Kein Wunder also, dass man im ersten Quartal 2021 ein Umsatzplus von 75 % gegenüber vom Vorjahr, zu welchen Zeitpunkt noch alle Läden offen waren, erzielen konnte. Der Rückenwind ist gigantisch und umso mehr stellt sich die Frage wie nachhaltig der Umsatzschub ist. Seit 2018 lag das Wachstum verhältnismäßig niedrig um die 30 Prozent. 2020/2021 konnte man daraufhin vor allem den Umsatz mit E-Bikes erhöhen. So stand ein Umsatzplus von 80 Prozent auf den Zettel. Ebenfalls sehr gut lief das Bekleidungssegment. So steht es in der Pressemeldung, die vor dem IPO herausgegeben wurde.

2020/2021 floriert der Fahrradmarkt zu neuen Rekorden.

2020/2021 floriert der Fahrradmarkt zu neuen Rekorden.

BIKE24 Aktie zum besten Zeitpunkt an die Börse

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Dass die BIKE24 Aktie beim IPO nur den unteren Bereich der Zeichnungsspanne erreichte, zeigt bereits, dass gewisses Misstrauen besteht, dass BIKE24 das Wachstum halten kann. 2020 und auch 2021 sind von Sondereffekten geprägt, die voraussichtlich nicht von Dauer sein werden. Wenn man zurück zu den Vorkrisenwachstum von rund 30 % findet, ist es wohl bereits gut. Doch auch das wird nicht einfach. Beim Thema Fahrrad wünschen sich viele Menschen eine persönliche Beratung vor Ort, was 2020 und 2021 zeitweise nicht möglich war. Daran versucht sich BIKE24 mit einem Online-Ansatz und wenigen örtlichen Geschäften.

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Als Wachstumsperspektive gibt an, dass man in Deutschland stark die Fahrradwege ausbaut und subventioniert. Ob das reicht, erscheint fragwürdig.

BIKE24 Aktie – Einschätzung des Verfassers:

    

 

Bewertung der Aktie

BIKE24 ist nach dem mäßigen Börsengang mit rund 650 Millionen Euro bewertet. Bei einem Umsatz von ca. 200 Millionen Euro 2020 und einem EBIDTA von 26,7 Millionen erscheint die BIKE24 Aktie alles andere als günstig. Man müsste noch sehr lange Zeit das aktuell sehr rasante Wachstum beibehalten um eine solche Bewertung zu rechtfertigen. Selbst mit den 100 Millionen Euro, die dem Unternehmen durch den Börsengang zufließen, wird es schwierig werden das Wachstum beizubehalten. Denn dass der Rückenwind 2020/2021 langsam abflacht erscheint klar, zudem ist die Konkurrenz gigantisch. Fahrrad.de, Fahrrad-XXL, Brügelmann, Zweirad-Stadler, usw. sind nur wenige der Namen, die das selbe Feld wie BIKE24 besetzen und Deutschland mitunter wohl sogar erfolgreicher sind. Wie man sich von der Konkurrenz absetzen will, erscheint unklar, sonst würde man wohl nicht die Förderungen des Bundes für Fahrradwege in der Pressemeldung in den Vordergrund stellen.

 

Es fehlt die (Umsatz-)Ausdauer

Grundsätzlich ist der Fahrradmarkt 2020/2021 enorm lukrativ gewesen für alle Beteiligten. Doch dieser Rückenwind wird nun langsam abflachen und die Verfügbarkeit der Räder, vor allem E-Bikes, wird wieder höher sein, wurden doch 2020 zeitweise nur bei dem Händler die Räder bestellt, bei dem sie noch verfügbar waren. Das trieb die Gewinnmargen ordentlich in die Höhe. Welches Wachstum man aber in den nächsten Jahren erreichen kann bleibt fraglich. Vor allem hinsichtlich der moderaten Bewertung sollte man das Umfeld und die Reaktion der BIKE24 Aktie genauestens beobachten und sich nicht vom aktuellen Umsatzwachstum blenden lassen.

 

Der Verfasser hält keine genannten Anlageprodukte.

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