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Der Immobilienfinanzierer Aareal Bank sah sich in der Krise starken Gegenwind aus etlichen Richtungen gegenüber. Doch das störte den Großaktionär Petrus Advisers nicht einen 9,8 prozentigen Anteil am Finanzierer einzukaufen. Mittlerweile ist der Anteil sogar noch etwas höher. Im Dezember 2021 wirkte Aareal auch für die Investoren von Centerbridge und Advent so attraktiv, dass man sogar eine Aareal Bank Übernahme angestoßen hat. Ein Szenario, was sich viele der Anleger wünschten. Doch es gibt ein Problem: Das Angebot ist – mit den Worten von Petrus Advisers – extrem niedrig.

 

29 Euro je Aktie

Mit 29 Euro je Aktie sollen sich laut Advent 70 % der Aktionäre für eine Übernahme zufrieden geben. Ein Angebot welches nicht nur Petrus sauer aufstößt. Das Angebot von umgerechnet rund 1,7 Milliarden Euro wirkt aufgrund folgender Aspekte niedrig:

  • Aareal hält weiterhin 70 % von Aareon, was einen Wert von rund 700 Millionen Euro entspricht.
  • Die Bank verfügt über hohe Rückstellungen und auch auf eine Dividende von geschätzt 1 € je Aktie verzichtete man aufgrund dem Umfeld.
  • Die Aktie ist bei 29 € nur mit rund zwei Drittel des Buchwerts bewertet.
  • Das Geschäft verläuft verhältnismäßig gut.

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Petrus Advisers kritisiert das Management, dass man jegliche Anstrengungen unterlässt ein besseres Angebot einzufordern. Vielleicht mag es auch eine Trotzreaktion des Vorstands sein, auf den Petrus seit Monaten starken Druck ausübt und man deswegen eine solche Übernahme möglichst schnell über die Bühne bringen will. Das Angebot hat jedoch aufgrund der prekären Situation seine Berechtigung…

In Krisenzeiten sind die Zinsen für Kredite angestiegen. Jedoch auch das Risiko.

In Krisenzeiten sind die Zinsen für Kredite angestiegen. Jedoch auch das Risiko.

Angebot der Situation bedingt

Die Aareal Bank steht etlichen Problemen gegenüber, die sich insgesamt auf das (niedrige) Angebot niederschlagen. Einerseits ist die allgemeine Situation von Immobilienfinanzierer schlecht: Die Zinsen bewegen sich weiterhin auf Null, wodurch die Gewinne sinken. Genauso sind die Risiken durch Insolvenzen von Unternehmen in der aktuellen Krise deutlich erhöht. Situationen wie die Insolvenz von Vapiano können unmittelbar auch die Aareal betreffen. Zusätzlich fehlt dem Unternehmen seit etlichen Monaten ein CEO, welcher aufgrund gesundheitlichen Umständen ausgeschieden ist. Auch auf der außerordentlichen Hauptversammlung zur Aareal Bank Übernahme gibt es Ungereimtheiten.

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Insgesamt ist der Zeitpunkt schlecht. Auch die Festlegung des Angebots erscheint eigenartig. Hier wurde der letzte Durchschnittskurs über die letzten 3 Monate zur Grundlage gezogen. Ein fragwürdiges Vorgehen, wenn man die vorher genannten Probleme und entsprechenden Einfluss auf den Aktienkurs berücksichtigt. Aktuell hellt sich die Lage auf und das operative Geschäft verläuft durch einige gute Deals trotz anhaltender Krise durchaus beachtenswert.

 

Scheitern der Aareal Bank Übernahme wahrscheinlich

Das Angebot von 29 € je Aktie müssten bis zum 17. Januar 70 % der Aktionäre annehmen. Das erscheint im Anbetracht der Umstände schlicht zu niedrig zu sein. Ein scheitern ist wahrscheinlich. Der Kurs wird bis dahin wohl knapp unter 29 € bleiben. So kann der Kurs nicht über 29 € hinauslaufen, da neue Käufer das Risiko einer zu niedrigen Übernahme hätten. Genauso wird er nicht stark absinken, da das Angebot als Pfeiler fungiert.

Sehe selbst aufgrund des verbleibenden hohen Aareon Werts, der Cashbestände und des passablen Geschäfts ein Angebot in der Spanne von 34 € bis 38 € für durchaus realistisch und fair. Petrus Advisers wird vermutlich nach dem Scheitern alles daran setzen, den Wert der Aareal Bank entsprechend zu erhöhen. Vor allem aber braucht es endlich wieder eine Führung des Konzerns. Der Ausblick ist insgesamt besser als das Angebot vermitteln will. Es wäre für Advent ein Schnäppchen, welchen sich Aktionäre entgegenstellen sollten.

 

Der Verfasser hält genannte Anlageprodukte.

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