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Die Thematik rund um vegane Ersatzprodukte erfährt weltweit enormen Zulauf. Sei es aus Klimaschutzgründen, weil man sich entschieden hat keine tierischen Produkte mehr zu konsumieren oder weil es einfach schmeckt, die Gründe sind vielfältig. Oatly als einer der größten Produzenten für Milchalternativen sieht das an seinen Umsätzen und den Zuspruch seiner Kunden. Doch an der Börse sieht das anders aus. Man kann regelrecht von einen Oatly Crash reden, denn die Aktie verliert stetig an wert. War das Unternehmen im Juni 2021 noch mehr als 12 Milliarden Euro wert, sind es nun nur noch knapp 5 Mrd. Was läuft schief bei den schwedischen Konzern schief?

 

Corona Fluch und Segen zugleich

Corona ist für Oatly Fluch und Segen zugleich. Denn einerseits treibt es mehr Menschen in die Supermärkte und zu ihren Produkten, da weniger bis gar nicht auswärts gegessen wird. Andererseits sind die Rohstoffpreise, wie für Hafer, gigantisch angestiegen und hinzu kommen Lieferschwierigkeiten. Diese Rohstoffpreise belasten die Bilanz von Oatly enorm. Das dritte Quartal 2021 zeigte so ein durchwachsenes Bild:

  • 171 Millionen USD Umsatz – Ein Plus 49 %
  • 41 Millionen USD Verlust – Vervierfachung des Verlusts

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Das zeigt die schwierige Situation des Konzerns. Laut dem Management traf hohe Nachfrage auf niedriges Angebot und man habe Umsatz liegen lassen müssen. Die Nachfrage sei nach den eigenen Produkten aber beständig sehr hoch. Das Problem liegt aktuell also an den Rahmenbedingungen. Es ist davon auszugehen, dass der Umsatz sich weiterhin entwickelt, das Risiko mit hohen Rohstoffpreisen allerdings bleibt.

Hafer kann als schmackhafte Milchalternative genutzt werden.

Hafer kann als schmackhafte Milchalternative genutzt werden.

Bewertung nach den Oatly Crash

Der Oatly Crash führte dazu, dass das Unternehmen nur noch etwa ein Drittel seines IPO-Einstands wert. 635 Millionen USD will man 2022 umsetzen. Damit ist man aktuell mit KUV von ca. 8 augenscheinlich deutlich günstiger bewertet als noch vor ein paar Monaten. CEO Petersson gab sich allgemein optimistisch für die weitere Entwicklung des Geschäfts. Doch den Aktionären war das offenbar zu wenig und sie schmissen reihenweise die Aktien aus den Depots. Der erwartete Umsatz lag deutlich unter den Erwartungen und scheinbar ist der Markt deshalb unzufrieden.

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Die echten Probleme

Hohe Nachfrage schafft Konkurrenz und das merkt auch Oatly. Mittlerweile tauchen alle paar Monate Unternehmen auf, die ebenfalls Alternativprodukte anbieten. Sei es Eigenmarken von großen Supermarktketten oder kleine Vegan-Startups, die Konkurrenz wird immer größer. Doch bisher gibt die Nachfrage noch nicht zu denken und die hohen Rohstoffpreise sind weitaus dramatischer. Hinzu kommen weiterhin die Lieferprobleme, was das Umsatzwachstum stark behindert. So wird Oatly massiv eingebremst, weshalb man auch die Erwartungen verfehlte. Erst im Q2 stellt der CEO eine Verbesserung in Aussicht.

 

Chance im Oatly Crash

Die Enttäuschung ist durch die nicht erfüllten Erwartungen groß, doch mittelfristig wird Oatly die Kurve kriegen. Die Produktnachfrage ist hoch und die Probleme dürften sich nach und nach lösen. Auch die politischen und damit steuerlichen Probleme dürften demnächst angegangen werden. So werden Alternativprodukte bisher in Ländern wie Deutschland weiterhin höher besteuert als das “Original”. Im Zuge der Klimawandel-Bewältigung ist daher eine Änderung bereits überfällig. Mit niedrigeren Preisen ohne aber an Gewinnmarge zu verlieren wird man so größeren Erfolg erfahren.

Insgesamt sehe ich Oatly in einer aktuell schwierigen Situation, welche sich aber nahezu von allein lösen wird. Damit bildet sich durch den Oatly Crash aktuell eine großartige Einstiegschance für Geduldige. Mit einen Cashbestand von rund 400 Millionen USD hat man genug Zeit die Krise zu überwinden.

 

Der Verfasser hält genannte Anlageprodukte.

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