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Einige Big-Tech Konzerne haben es in dem aktuellen Umfeld nicht leicht. Anleger gewohnten sich an hervorragende Geschäftszahlen, die durch den Online-Boom resultierten. Dass nun das Wachstum abflacht, verursacht in großen Umfang Aktiencrashs. So auch bei der Paypal Aktie. Der Paypal Crash um gut ein Viertel sorgte dafür, dass die Aktie so günstig wie lange nicht mehr bewertet wird und das obwohl die Zukunft weiterhin rosig aussieht. Was brachte also die Anleger dazu ihre Paypal Aktien aus den Depots zu werfen? Ist die Zukunft des gigantischen amerikanischen Finanzkonzerns tatsächlich gefährdet?

 

Dunkler Ausblick?

Die Paypal Aktie brach im Zuge des Abverkaufs auf das Niveau des Börsencrashs 2020 ein. Die Jahre des Rückenwinds, in Form vom Online-Boom und Bargeldmeidung, scheinen also sowohl in der Realität, als auch in der Erwartungshaltung vorbei zu sein. Das ganze Heer an Analysten strichen nach den verhaltenen Ausblick ihr Kursziel zusammen. Vom Kursziel von im Schnitt 270 Dollar blieben nur noch etwa 200 Dollar übrig, was allerdings immer noch einen Gewinn von über 50 % nach dem Abverkauf entsprechen würde.

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Paypals Erwartungen waren zu hoch und man enttäuschte. Statt 55 Millionen neue Mitglieder 2021 hinzuzugewinnen, erreichte man nur 49 Millionen. Davon waren zusätzlich rund 4,5 Millionen Accounts nur Nutznießer von Bonusprogrammen und wurden zu keinen aktiven Nutzern. So wurde viel Geld ausgegeben, ohne einen Nutzen daraus zu ziehen, was man den Management sehr krumm nimmt. Der Paypal Crash war also auch in einen Versagen des Managements bedingt.

Das “blinde” Management

Die Erwartungen waren zu hoch, die eingeleiteten Maßnahmen zur Nutzergenerierung gingen in eine völlig falsche Richtung und neue Umsatzanreize von neuen Segmenten kann man nicht beziffern. Alles in allem war es in erster Linie ein Managementfehler, der aktuell revidiert werden muss. Statt ungenutzte Accounts zu erzeugen um das Ziel der Mitgliedergenerierung zu erreichen, will man nun verstärkt auf die Generierung von aktiven Nutzern setzen und diesen ein umfangreicheres Funktionsportfolio zu bieten. Das heißt im Klartext:

  • Krypto-Wallet
  • Finanzservices, wie Finanzierungen
  • Shoppingangebote
  • Zahlungssicherheit und Käuferschutz
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Das Management ruhte sich auf der Welle des Online-Booms aus und verschätzte sich maßlos. Daher muss man sich selbst als Grund des Crashs sehen und das scheint der Kurswechsel auch zu belegen. Diese Reaktion zeugt wiederum davon, dass man sich den Problemen nicht verschließt und sich ihnen annimmt. Die Reaktion kommt früh und ist daher umso besser.

 

Eine Verdopplerchance

Der Paypal Crash führte dazu, dass die Paypal Aktie aktuell mit einen KGV von rund 30 bewertet statt um die 40-50 in den Vorjahren. Paypal bleibt zudem eine Cashcow und bleibt hochprofitabel bei stockenden Wachstum des Gewinns. Der Umsatz hingegen wuchs trotzdem um gut 4 Milliarden, bzw. fast 20 % an. Dieser Umsatz wird in Zukunft sich zu Gewinn wandeln. Vorausgesetzt die Wandlung der Mitglieder hin zu aktiveren Usern gelingt. Das ist ein Risiko bei Paypal, welches lange Zeit nicht gesehen wurde und nun für eine deutliche Abstrafung sorgte und weiterhin sorgen wird.

Das Eingestehen des Managements, dass Fehler gemacht wurden ist als klares positives Zeichen zu werten. Gleichzeitig hat PayPal die finanzielle Möglichkeit mit Leichtigkeit die Kurve zu kriegen und zurück auf den Wachstumspfad zu gelangen. Geduld wird allerdings nötig sein, damit die Aktie den Paypal Crash wieder aufholt…

 

Der Verfasser hält genannte Anlageprodukte.

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