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Selten war die Situation im Osten Europas derartig angespannt wie im Februar 2022. Russland besteht darauf, dass man den eigenen Schutzinteressen schriftlich zustimmt und sie zügig umsetzt. Die NATO will andererseits die Unabhängigkeit der Ukraine sichern und ihr den Beitritt ermöglichen. Der Russland Ukraine Konflikt hat eine jahrzehntelange Vorgeschichte, doch welche wirtschaftlichen Interessen bestehen im aktuellen Umfeld und wer würde von einer Eskalation profitieren?

 

Gegenseitige Abhängigkeit

Europa hängt vom russischen Erdgaslieferungen ab, das ist kein Geheimnis. Etwa 40 Prozent des in Europa verbrauchten Erdgases stammt aus Russland. Damit ist man der größte Lieferant Europas. Anschließend steht mit rund 38 Prozent Norwegen auf der Liste. Den Rest bildet Flüssiggas aus Amerika. Während Norwegen bereits an der Kapazitätsgrenze arbeitet, würde lediglich das LNG von Amerika einen schnellen Puffer bilden können, sollten die russischen Lieferungen eingeschränkt werden. Doch es bleibt problematisch, denn das Flüssiggas aus den USA und Kanada ist deutlich teurer.

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Eine Einschränkung der russischen Lieferungen würde für Europa also zu enormen zusätzlichen Kosten führen, da neben den teureren Rohprodukt auch weitere Flüssiggas-Terminals aufgebaut werden müssten. Doch für Russland sieht es ähnlich kontrovers aus. Laut der russischen Zentralbank bestimmen 63 % des Exports von Russland fossile Energieträger wie Erdgas. Auch wenn Asien hier ein zunehmend wichtigeren Part einnimmt, bleibt Europa ein wichtiger Abnehmer. Es würde ein großes Loch in den russischen Haushalt reißen. Eine Eskalation im Russland Ukraine Konflikt wäre von beidseitigen Nachteil.

Russland Ukraine Konflikt bildet gleichzeitig ein Problem um die europäische Erdgasversorgung

Russland Ukraine Konflikt bildet gleichzeitig ein Problem um die europäische Erdgasversorgung.

Die Suche nach Alternativen

Die Situation ist ähnlich, sowohl Europa als auch Russland sind gezwungen alternative Möglichkeiten zu suchen um einerseits Erdgas zu beschaffen und andererseits es abzusetzen. Während Russland die Beziehungen mit Asien bzw. China weiter ausbaut, spricht Europa mit Aserbaidschan, Saudi-Arabien, Katar und einigen mehr über Flüssigerdgaslieferungen. Die Preise für LNG sind aktuell jedoch so hoch wie seit Jahren nicht.

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Die Gewinner und Verlierer

Die Supermacht Russland verstehen (Anzeige)

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Der Russland Ukraine Konflikt macht Europa und Russland zu den Verlierern der Krise. Europa wird dadurch allerdings noch stärker negativ beeinträchtigt durch den aktuell extrem hohen Gaspreis den man für das Flüssiggas bezahlen müsste. Russland wird zwar im Falle einer Eskalation ebenfalls negativ beeinflusst werden, doch gab man Anfang Februar bereits einen großen Liefer-Deal mit China bekannt. Die wirtschaftliche Interessenslage dürfte zu Gunsten von Russland sein, so fern die im Falle der Invasion auferlegten Sanktionen zu keinen weiteren Schäden führen. Hier gilt es den Blick auf einige wenige Konzerne zu richten:

  • Gazprom – Größter Gasproduzent und Mehrheitsbeteiligung vom Kremel
  • ExxonMobil – Größter amerikanischer Gasproduzent und potentieller Profiteur einer Eskalation
  • Qatargas – Einer der größten Flüssiggaslieferanten

An den Aktienkursen von Gazprom und ExxonMobil lässt sich die Zuspitzung des Russland Ukraine Konflikts ablesen. Während die Gazprom Aktie im zweistelligen Prozentbereich seit Januar verlor, legte die ExxonMobil Aktie um rund 20 % zu. Je nach Eskalation/Deeskalation dürfte sich dieser Trend fortsetzen. Weitere betroffene Titel inklusive.

 

Russland Ukraine Konflikt ein Desaster für Europa

Abgesehen von den Opfern, die eine Eskalation fordern würde, würde es Europa wirtschaftlich am härtesten treffen. Hiervon wären sowohl Privatverbrauchende als auch Unternehmen betroffen. Da Gas zu großen Teil auch für die Stromerzeugung gebraucht wird, rückt ein Rückgang der Strompreise in weite Ferne. So wird der Geldbeutel eines jeden einzelnen belastet werden. Eine Eskalation im Russland Ukraine Konflikt sollte so aus europäischer Sicht im Hinblick auf Menschenleben und auch auf wirtschaftlicher Ebene dringend verhindert werden.

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