Anzeige

Auch wenn es scheint, dass Russland weiterhin auf das Geld durch Gaslieferungen angewiesen ist, wäre es die nächste Eskalationsstufe. Doch was würde ein Russland Gas Stopp für Deutschland abseits eines steigenden Gaspreises bedeuten? Laut Energieexperten ist Deutschland bis mindestens 2024 abhängig von russischen Erdgas, was einen Stopp als noch drastischer erscheinen lässt. Denn 40 % des Erdgases in Deutschland stammen aus Russland. Diese 40 % müssen ersetzt werden, was nicht über Nacht durch amerikanisches Flüssiggas funktioniert. Der BASF-Chef Brudermüller spricht bereits von einer der potentiell schlimmsten Krisen seit den 2. Weltkrieg falls dieser Fall eintritt…

 

Die Bedenken des BASF-Chefs

In einem FAZ-Interview hat der BASF-Chef Brudermüller die Aussage getroffen, ob man denn sehendes Auges die gesamte Volkswirtschaft zerstören wolle. Seine Situation ist klar: Die BASF ist einer der größten Energieverbraucher Deutschlands und würde mit gewaltiger Breitseite eines Gas Stopps getroffen werden. In der chemischen Industrie, die Unmengen an Grundprodukten für weitere Hersteller produziert, werden hohe Energiemengen für die Herstellungsprozesse benötigt. So ist die Chemieindustrie der größte Verbraucher Deutschlands. Eine potentielle Gasrationierung würde hier zu enormen Einschnitten führen, welche sich mittelfristig aufgrund der benötigten Produkte auf durchweg alle Wirtschaftszweige auswirken würde.

Anzeige

Statistik: Verteilung des Stromverbrauchs in Deutschland nach Verbrauchergruppen im Jahr 2020* | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

 

Beginnt der erste Stein zu rollen…

Der Russland Gas Stopp würde einen Stein ins rollen bringen, der sowohl von Industrie als auch Endverbrauchenden bemerkt werden würde. Ein dadurch ansteigender Gaspreis wirkt sich auch direkt auf den bereits ohnehin schon hohen Strompreis aus, da aus Gas große Mengen an Strom gewonnen wird. Eine Verknappung würde daher massive Einschnitte für alle bedeuten. Eine kurzfristige Lösung gibt es nicht.

Weiterlesen  Größte Wirtschaftsnationen im Überblick

Die Industriezweige, die am stärksten auf günstige Energiepreise angewiesen sind, sind folgende:

Herstellung und Verarbeitung von … Energieaufwand pro 1000 Euro Umsatz
… chemischen Erzeugnissen 2213 kWh
… Glas, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erde 1656 kWh
… Papier, Pappe, Papierwaren 1492 kWh
… Bergbau, Gewinnung von Steinen und Erden 1057 kWh
… Metallerzeugung und Metallbearbeitung 816 kWh

Quelle: internetchemie.info

Die Chemieindustrie ist der größte Energieverbraucher Deutschlands. Dieser stellt aber Unmengen von Grundprodukten her, welche für die Aufrechterhaltung von Lieferketten von enormer Bedeutung sind.

Eine Rationierung als Übergangslösung?

Mittlerweile wird offen als eine mögliche Gasrationierung als Übergangslösung gesprochen. Endverbrauchende sollen davon aber am wenigsten Konsequenzen zu spüren bekommen. Wie diese aber wirklich umgesetzt werden könnte ist noch unklar. Vor allem in Angesicht dessen, dass eine Rationierung unmittelbare Folgen für Lieferketten hätte und zu einer massiven Welle an gefährdeten Unternehmen und Kurzarbeit auslösen und gleichzeitig für steigende Preise sorgen würde. Und das genau zu einer Zeit, zu der man bereits durch die letzten beiden Jahre Pandemie gebeutelt wurde.

Verwerfungen in der Bevölkerung durch eine schwächelnde Wirtschaft und gleichzeitig steigenden Preisen sind bei einen Russland Gas Stopp kaum zu vermeiden. Vor allem die untere Einkommensschicht wird sich mit Schwierigkeiten konfrontiert sehen, die zusätzlichen Belastungen zu stemmen.

 

Es bleibt nur zu hoffen, dass der Krieg in der Interesse von allen endlich endet…

Disclaimer: Alle Texte stellen keine Anlageberatung oder Empfehlung dar. Alle Informationen dienen allein der privaten Information und der privaten Unterhaltung. Eine Haftung für die Richtigkeit kann nicht übernommen werden. Sollten die Besucher dieser Seite sich die Inhalte zu eigen machen oder Ratschlägen folgen, so handeln sie mit vollem eigenem Risiko. Sollten Ihnen gravierende Fehler oder gezielte Meinungsmache in einen Artikel auffallen, so nutzen Sie bitte unser Kontaktformular und zeigen uns den Umstand an.