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Das Jahr 2022 haben sich wohl alle etwas anders vorgestellt. Statt endlich mit Anlauf weg von den zermürbenden Corona-Jahren zu kommen, scheren sich ein Dutzend weitere Unsicherheiten ins Leben der meisten Menschen. Betroffen ist nicht nur jeder und jede einzelne, sondern die gesamte Gesellschaft. Während bereits kurzfristig Auswirkungen am Geldbeutel deutlich werden, kommt eine weitere Welle an zusätzlichen Unsicherheiten auf uns zu. 2022 ist das Jahr der Unsicherheit und eine Besserung ist kaum in Sicht.

Die (importierte) Inflation

Die Inflation ist allen Munde. Seit Jahrzehnten hat Deutschland keine derartig hohe Inflation erlebt. Das Nennenswerte dabei ist doch, dass es keine gewöhnliche Gesamt-Inflation ist, sondern eine importierte Inflation. Lieferkettenunterbrechungen, fehlende Energielieferungen und Dürre sorgen dafür, dass die Kosten für den Lebensunterhalt enorm ansteigen. Diese drei Pfeiler sorgen für die aktuell allgegenwertigen Schwierigkeiten, die wiederum mittelfristige Unsicherheiten auslösen.

Ausblick: Das deutsche ifo-Institut erwartet für 2022 eine Inflation von 8,1 Prozent, für 2023 eine Steigerung auf 9,3 Prozent und im darauffolgenden 2024 soll sie auf 2,5 Prozent sinken.

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Dies steht weiterhin unter der Prämisse, dass die prekäre Lage um die Ukraine weiterhin anhält und russische Gaslieferungen weiterhin ausbleiben. Eine Veränderung der Situation kann diese Raten maßgeblich beeinflussen. Doch hohe Lebensmittelpreise sind mittelfristig nicht wegzudenken. So sind die große Getreideflächen der Ukraine verbrannt und müssen neu bewirtschaftet werden.

Der Winter 2022/2023 wird eine erhebliche Herausforderung für Menschen und Unternehmen.

Der Winter 2022/2023 wird eine erhebliche Herausforderung für Menschen und Unternehmen.

Ungewisser Immobilienmarkt

Seit Jahrzehnten war der deutsche Immobilienmarkt nahezu ein No-Brainer für stabile Renditen. Wertsteigerungen waren für Immobilienkonzerne selbstverständlich. Hier scheint sich das Blatt im Jahr der Unsicherheit aktuell zu wenden. Mit dem steigenden Zins, sinkt die Kaufbereitschaft von Immobilien aufgrund der teureren Finanzierung. Zusätzlich sind große Mietobjekte aktuell zusätzlich belastet. Dies ist durch die unsichere Situation vieler finanzschwächerer Mieter und Mieterinnen bedingt, die Probleme mit der Bewältigung der Nebenkosten bekommen werden. Hier rechnen Immobilienkonzerne mit erheblichen Mietausfällen. In Kombination mit steigenden Zinsen entsteht ein rückläufiger Markt, vor allem bei älteren Immobilien.

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Ausblick: Laut Wohnglück sind Immobilienpreise im August 2022 bereits um 2022 um rund 0,6 Prozent gesunken. Für die kommenden Monate und 2023 erwartet man deutlich mehr Zwangsversteigerungen, was Preise entsprechend belasten sollte. Von starken Preiseinbrüchen ist aber nicht auszugehen.

 

Schwache Investitionsbereitschaft

Das Jahr der Unsicherheit sorgt auch dafür, dass die Investitionsbereitschaft sinkt. Da Unternehmen im aktuellen Umfeld kaum verlässlich mit Energiepreisen kalkulieren können, werden Investitionen erst einmal auf Eis gelegt. Vor allem bei Konzernen, die durch die erhebliche Energiepreissteigerungen getroffen wurden, fehlt zum Teil der finanzielle Spielraum. Investitionen müssen hinten anstehen oder werden gar in Länder verlagert, wo dieses Problem nicht besteht.

Ausblick: Laut dem BDL-Jahresbericht 2022 spüren Leasing-Unternehmen bereits eine Zurückhaltung. Man durch die höheren Refinanzierungskosten und dem niedrigeren Wirtschaftswachstum eine weitere Tendenz in diese Richtung.

 

Bei Gastronomie und Mode sparen Menschen oft am ehesten ein.

Bei Gastronomie und Mode sparen Menschen oft am ehesten ein.

Nebliges Konsumklima

Ebenso wie bei der Investitionsbereitschaft ist auch das Konsumklima durch die Unsicherheiten und die erheblichen Mehrbelastungen geschwächt. Konsumenten sparen mehr um Kosten bewältigen zu können. Das geschieht ganz zum Leidwesen von Unternehmen, die auf ihren Produkten sitzen bleiben oder Preisanhebungen nicht durchsetzen können.

Ausblick: Das deutsche Konsumklima ist massiv eingebrochen und sinkt mit voranschreiten des Jahres immer weiter. Eine Trendwende ist meist erst im März darauffolgenden Jahres zu beobachten. Doch bewegt es sich deutlich unter dem Niveau der Vorjahre. 

 

Hoffnungsschimmer der Normalisierung

Diese ganzen Unsicherheiten haben enorme Auswirkungen auf das alltägliche Leben und um diese abzufedern versuchen die Regierungen die Gesellschaft zu entlasten. Doch klanglos wird die Zeit nicht vorüber gehen und wird ein schwieriges Umfeld im Winter werden. Der letzte Hoffnungsschimmer im Jahr der Unsicherheit ist die Normalisierung der Lage in der Ukraine und ein Kriegsende. Dass hier leider kein Ausblick möglich ist, versteht sich von selbst.

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