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Die Fresenius Medical Care Aktie ist im Zuge der Gerüchte um den Einstieg des Hedgefonds Elliott bei Fresenius auf ein Tief gefallen, welches man seit der Finanzkrise 2008 und 2009 nicht mehr gesehen hat. Elliott scheint den Gerüchten zufolge bald auf eine Dekonsolidierung von Fresenius Medical Care drängen. Das Unternehmen schwächelt nach den letzten Krisenjahren und musste seine Ziele kappen. Die Ergebnisse von FMC fließen zu einhundert Prozent von Fresenius ein, welche rund 33 % des Unternehmens halten. So wäre das Ziel des Vorhabens wohl, die Bilanz von Fresenius selbst aufzubessern. Doch wie schlecht steht es tatsächlich um den FMC Konzern, welcher mit aktuell nur rund 7,7 Milliarden Euro bei einen Kurs von 26,50 Euro bewertet wird?

Unruhige Zeiten

Die zuletzt veröffentlichten Geschäftsergebnisse sind durchwachsen. Während der Umsatz sogar um gut 10 Prozent anwuchs, blieb der Gewinn nahezu gleich. Die Prognose ist allerdings schwach und auch der seit 1. Oktober amtierende Fresenius-Chef Michael Sen lies sich zu folgender Aussage gegenüber der FAZ hinreißen:

“Wir schieben nichts auf die lange Bank. In der Taktung der nächsten Monate, der nächsten Quartale, muss der Markt Konturen sehen, wo die Richtung des Unternehmens hingeht”

Sein Vorgänger Stephan Sturm hatte dabei kein glückliches Händchen und prägte das Umfeld von Fresenius eher durch Richtungslosigkeit und widersprüchliche Aussagen. In seiner Zeit als CEO gab es massive Kursverluste und kaum nennenswerte Erfolge. Michael Sen, ehemaliges Mitglied des Siemens Vorstandes, darf nun zeigen ob er dem Konzern eine klarere Kante geben kann.

FMC ist in Sachen Dialyse-Systeme ein wichtiger Name.

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Die Angst vor Elliott

Der Markt hat offenbar Angst vor dem Hedgefonds Elliott. So fiel die Fresenius Medical Care Aktie bei einer Zuspitzung der Gerüchte um gut 7 %. Hinter Elliott steht Paul Singer und wo Paul Singer ist, ist eine Offensive nicht weit. In Deutschland ist er kein Unbekannter. So hielt man beim Rückzug von Rocket Internet von der Börse weiterhin Anteile. Diese gab man für den Rückkauf aber nicht zu den Kurs ab, die auch andere Anleger erhielten, sondern für rund das Doppelte. Ein Gewinn für 400 Millionen für Elliott. Nur für Elliott.

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Paul Singer ist auch als “gefürchtetster Investor der Welt” bekannt.

Womit ist zu rechnen?

Elliott hat kaum ein langfristiges Interesse. Worauf sich Fresenius Anleger einstellen müssen sind daher Methoden, die kurzfristig zu Aktienanstiegen führen oder zu Sonderzahlungen führen. Heißt im Umkehrschluss, Unternehmensausgliederungen bzw. Verkäufe, Aktienrückkäufe und höhere Dividendenausschüttungen.

Was sich für den ein oder anderen erst einmal gut anhören mag, ist ein gefährliches Feld. Die Stabilität, die FMC aktuell zweifellos hat, kann so schnell auf den Spiel stehen, weil auch hier die Schuldenlast über die letzten Jahre massiv gestiegen sind. Starke Liquiditätsabflüsse bergen ein mittel bis langfristiges Risiko. Es ist jedenfalls damit zu rechnen, dass die Aktie kurzfristig ein Spielplatz der Hochfinanz stehen wird. Fundamentaldaten spielen hierbei nur noch eine untergeordnete Rolle.

Fresenius Medical Care Aktie – Einschätzung des Verfassers:

    

 

Spielball der finanzstarken Institutionellen

Die Fresenius Medical Care Aktie ist kurzfristig völlig unkalkulierbar. Von Fresenius wurde Goldman Sachs vor Schutz von Elliott ins Boot geholt und welche jeweilige Maßnahmen die jeweiligen Seiten ergreifen ist ungewiss. Doch was man sicher sagen kann ist, dass FMC nicht grundsätzlich schlecht dasteht.

Die Umsätze wachsen, bei stabilen Gewinn. Gleichzeitig ist die Aktie so niedrig bewertet wie seit der Finanzkrise nicht. So ergibt sich ein niedriges erwartetes KGV für 2022 von rund 7-8. Dieser Wert ist erheblich niedriger als in der Vergangenheit. Insgesamt bietet die Aktie aber vor allem langfristig eine spannende Gelegenheit. Eine einfache Zeit wird es allerdings nicht.

 

Der Verfasser hält genannte Anlageprodukte.

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